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Unfälle häufen sich: Sollten Fahrräder einen Rückspiegel haben?

Verkehrsexperten weisen auf Sicherheitsvorteile hin, allerdings mit Einschränkungen.

Rückspiegel machen auf manchen Rädern Sinn, sagt ein Verkehrsexperte.  SN/Sergey - stock.adobe.com
Rückspiegel machen auf manchen Rädern Sinn, sagt ein Verkehrsexperte.

Sie gelten nicht gerade als cool und man sieht sie meist auch nur auf alten Fahrrädern: Rückspiegel. Doch angesichts der steigenden Unfallzahlen besonders bei E-Bike-Fahrern stellt sich viel weniger die Frage, ob etwas modisch ist oder nicht, sondern ob es der Sicherheit dient.

Klaus Robatsch vom Kuratorium für Verkehrssicherheit sieht den Nutzen von Rückspiegeln bei Fahrrädern vor allem beim Linksabbiegen. "Ein Spiegel ersetzt aber nicht den Blick zurück über die Schulter", betont der Verkehrsexperte. Untersuchungen hätten zudem gezeigt, dass ein Rückspiegel auch kontraproduktiv sein könne, weil dadurch einige Radfahrer plötzlich den Blick über die Schulter vernachlässigten. In den seltensten Fällen würde ein Rückspiegel nämlich den ganzen Hintergrund abdecken.

Bei Lastenrädern oder Anhängern ist ein Rückspiegel sinnvoll

Robatsch empfiehlt einen Rückspiegel vor allem bei Lastenfahrrädern oder bei Fahrrädern mit einem Anhänger für die Kinder, weil man die Kleinen so ständig im Blick haben könne.

Bei manchen Rad-Akkus ist der Rückspiegel sogar Pflicht

Aber auch E-Biker sollten sich überlegen, ihr Rad damit aufzurüsten, wenn sie nicht sehr geübte Radfahrer sind. Die höheren Geschwindigkeiten, die mit E-Bikes erzielt werden, sind für viele ihrer Nutzer oft ungewohnt und schwer beherrschbar.

Bei sogenannten S-Pedelecs, bei denen der Akku Geschwindigkeiten bis 45 km/h und nicht nur wie bei allen anderen E-Bikes bis 25 km/h unterstützt, ist nach Angaben von Robatsch ein Rückspiegel ohnehin Pflicht. Hier gelten dieselben Bestimmungen wie für ein Moped.

Von einer generellen Rückspiegelpflicht hält der Verkehrsexperte nicht zuletzt wegen möglicher kontraproduktiver Effekte nichts. Wenn man sich aber dazu entschließt, sollte man sich vom Fachhandel ausführlich beraten lassen, weil es hier viele unterschiedliche Systeme mit unterschiedlicher Qualität gibt.

Im schlechtesten Fall lenken Rückspiegel ab

Fahrradspiegel sollten fest am Lenker montierbar sein und dennoch flexibel genug sein, um sie genau einstellen zu können. Beim Einrichten sollte holpriger Untergrund mit bedacht werden, um auch bei schwierigeren Verhältnissen alles im Blickfeld zu haben.

Der Spiegel sollte jedenfalls ausreichend groß sein und so fest auf dem Fahrrad montiert sein, damit man nicht während der Fahrt ständig nachjustieren muss. Das kann nämlich nach Angaben der Verkehrsexperten mehr ablenken und das Risiko wieder erhöhen.

Aufgerufen am 21.01.2022 um 08:05 auf https://www.sn.at/panorama/oesterreich/unfaelle-haeufen-sich-sollten-fahrraeder-einen-rueckspiegel-haben-78729910

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