Österreich

Uni Wien stellt Plagiats-Verfahren gegen Bogdan Roscic ein

Entscheidung im Fall des designierten Staatsopern-Direktors: Er sah sich im Frühjahr mit Plagiatsvorwürfen konfrontiert.

Bogdan Roscic wird von der Uni Wien entlastet SN/apa
Bogdan Roscic wird von der Uni Wien entlastet
Bogdan Roscic wird von der Uni Wien entlastet SN/APA/HERBERT NEUBAUER
Bogdan Roscic wird von der Uni Wien entlastet
Bogdan Roscic wird von der Uni Wien entlastet SN/apa
Bogdan Roscic wird von der Uni Wien entlastet

Der Salzburger Plagiats-Jäger Stefan Weber hat bei der Universität Wien Anzeige eingebracht. Roscic (53) soll bei seiner 1988 eingereichten Dissertation mit dem Titel "Gesellschaftstheorie als kritische Theorie des Subjekts: zur Gesellschaftstheorie Th. W. Adornos" abgeschrieben haben. Die Uni Wien verkündete am Dienstag, dass das Verfahren gegen Roscic nach eingehender Prüfung der Doktorarbeit eingestellt wird.

In einer ersten Stellungnahme sagt Weber den "Ich kenne das Gutachten nicht, aber den Inhalt. Wenn die Uni Wien sagt, dass es kein Plagiat ist, ist es eine Fehlentscheidung. Wenn die Uni Wien sagt, dass zwar ein Plagiat vorliegt, aber in zu geringem Ausmaß für eine Aberkennung, dann ist das Ermessensspielraum."

Begründung der Uni Wien

Die Universität in der Bundeshauptstadt ließ die Arbeit von externen Gutachtern prüfen. Der Vorwurf: Fünf Seiten in der Einleitung habe Roscic von einem anderen Autor übernommen und nicht entsprechend gekennzeichnet. Am Dienstag verkündete die Pressestelle in einer Aussendung: "Im Ergebnis steht nun fest: Die in der Dissertation vorhandenen Textgleichheiten mit einer anderen Dissertation sind weder in quantitativer noch in qualitativer Hinsicht für die Arbeit relevant. Eine Täuschungsabsicht zur Erschleichung eines akademischen Grades ist nicht erkennbar. Das Verfahren wird eingestellt, der akademische Grad nicht aberkannt."

Roscic auf dem Weg zum Staatsopern-Direktor

Bogdan Roscic, gebürtiger Serbe, soll 2020 die Nachfolge von Dominique Meyer an der Spitze der Staatsoper antreten. Kulturminister Thomas Drozda (SPÖ) sagte nach den öffentlich gewordenen Vorwürfen, dass er vor dem Entscheid der Uni Wien keine Schlüsse ziehen werde. Roscic selbst zeigte sich zu Beginn der Prüfung seiner Arbeit zuversichtlich: "Ich vertraue darauf, dass sich die Vorwürfe klären lassen."

Roscic war zunächst Musikchef des Radiosenders Ö3, bevor er 1996 zum Senderchef aufstieg.

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