Reisen

Ready, study, go: Tipps für Studentenreisen

Auch zwischen den Semestern kann ein Studium der Türöffner sein, um den eigenen Horizont zu erweitern. Studierende genießen speziell in der Ferienzeit die Flexibilität, die es braucht, um maßgeschneiderte Reiseangebote nutzen zu können. Den Markt für Studentenreisen prägen seit Jahrzehnten echte Kultprodukte.

Hoch hinaus – auch für Studierende bieten sich leistbare Möglichkeiten des Reisens. SN/dum
Hoch hinaus – auch für Studierende bieten sich leistbare Möglichkeiten des Reisens.

Ein frei gewordenes Sechserabteil im ICE, das keiner will: Schweiß gedünstet und dazu der Duft von warmem Bier, dazu ein viel zu kleines Müllbehältnis, aus dem Dosen und Kaugummis längst ausufern. Die lange Zugfahrt zweier Studenten hat Spuren hinterlassen. Besonders die Rückfahrt vom Fußballwochenende in Hamburg sei anstrengend gewesen, räumt Thomas L. (21) ein. Aber noch während die Waggons auf Salzburg anrollen, ist für ihn klar, dass es bald wieder mit der Bahn auf Achse gehen soll: "Ich will nicht nur schnell ans Ziel, wenn ich verreise, ich möchte etwas erleben."

Doch der Kontinent wird längst nicht nur per Bahn entdeckt, viele bevorzugen den schnellen Weg und buchen Flüge. Was beide Varianten gemeinsam haben: Für günstige Angebote lohnt es sich, jung zu sein. So ist selbst die Reise in den Lüften finanziell längst kein Luxus mehr. Seit 1979 gibt es mit dem Blue Ticket von STA Travel exklusive Vorteile rund um Flugbuchungen für junge Erwachsene bis 30 Jahre - und Lehrer. Die Begünstigungen für diese Zielgruppen umschließen neben günstigeren Flugpreisen an sich auch flexiblere Umbuchungsmöglichkeiten und Flatrate-Tarife, häufig etwa eine Gültigkeitsdauer von 365 Tagen.

"Man muss freilich geschickt buchen"

Solche Angebote nutzt Lucas Kröll, dessen Reiseziele häufig weit weg sind, weshalb der Luftweg meist das Mittel der Wahl ist. Der 22-jährige Kufsteiner absolviert sein Studium in Salzburg und genießt die Ferien oft fernab der Heimat. Ostern 2017 verbrachte der junge Tiroler in Frankreich und im Fürstentum Monaco. "Man muss freilich geschickt buchen, aber ein gutes Schnäppchen findet sich eigentlich immer, wenn man genau hinschaut", sagt Lucas, der seine Studienzeit sehr bewusst dazu nutzt, auch in der sich bietenden Freizeit den Horizont zu erweitern. Besonders das kulturelle Angebot Israels hat den jungen Tiroler begeistert.

Zurück auf die Schiene: Als Pionierprodukt zum günstigen Reisen für Jugendliche gilt Interrail. Angeregt von der 68er-Bewegung wurde die anfangs alternative Reiseform als "Hippie Trail" in Europa bekannt. Die Interrail-Fahrkarte gibt es seit 1972, sie wurde von zunächst 21 europäischen Ländern eingeführt und verpasste dem aufkommenden Rucksacktourismus eine neue, attraktive Komponente. Junge Leute konnten zu einem Pauschalpreis unbegrenzt mit der Bahn quer durch Europa fahren.

Seither hat das Interrail-Ticket so manches überdauert: Zusammenbruch des Ostblocks, Fall des Eisernen Vorhangs oder Wiedervereinigung Deutschlands änderten nur Details am Angebot, nie verlor diese Eintrittskarte zur Entdeckung des Kontinents an Beliebtheit. Kernzielgruppe dieses Klassikers ist unverändert die junge Generation, altersmäßig inzwischen erweitert bis 27 Jahre. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen profitieren damit von der günstigsten der nunmehr drei Tarifkategorien, den für 30 Länder gültigen "Global Pass" gibt es schon ab 206 Euro. Ausgeschlossen ist vom Grundgedanken Interrail niemand mehr, für Leute ab 28 Jahren gibt es ebenfalls Pauschalangebote für die Bahn und ab 60 lässt sich dank des neu eingeführten Seniorentickets sogar wieder zum reduzierten Pauschalpreis reisen.

"Reisen eröffnet neue gedankliche Horizonte"

Flugfieber.com bietet Studienreisen unter eigener Produktkategorie an, Geschäftsführer Alfred Rohrmoser bringt deren Erfolgsfaktoren auf den Punkt: "Reisen sind immer auch eine Wissenserweiterung und eröffnen auch gedanklich neue Horizonte. Durch die mittlerweile günstigen Bahn-, Flug- aber neuerdings auch Busangebote - ich denke da an das europaweite Fernbusnetz von Flixbus - ist das "Studium der Länder" für Jedermann leistbar geworden." Übrigens: Wer das Vergnügen mit dem Ernst des Lebens verbinden möchte, kann das mit einem Auslandssemester tun. Die EU unterstützt mit ihrem Förderprogramm "Erasmus" seit 30 Jahren Studierende bei ihrem Auslandsaufenthalt und setzt damit aktiv ein Zeichen der Offenheit in Europa.

Wie auch immer Entdeckergeist und Abenteuerlust nachgekommen werden möchte: Glücklich ist, wer die Gunst der jungen Jahre erkennt. Die Studienzeit sollte spätestens zwischen den Semestern wertvolle Lücken für Flexibilität bereithalten, die in anderen Lebensabschnitten schwieriger zu bekommen sind.

Dieser Beitrag wurde von Studenten der Universität Salzburg im Rahmen einer Lehrredaktion in Kooperation mit den "Salzburger Nachrichten" erstellt.

Autor: Christoph Dum

Quelle: SN

Aufgerufen am 22.07.2018 um 03:00 auf https://www.sn.at/panorama/reisen/ready-study-go-tipps-fuer-studentenreisen-18682252

Das Uni-Magazin zum Semesterstart

Das Uni-Magazin zum Semesterstart

Jetzt lesen

Newsfeed

Arrow Down

Schlagzeilen