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Ein Haiangriff vor 15 Millionen Jahren

Sensationeller Fossilienfund ist jetzt erstmals öffentlich ausgestellt.

Knochenfragmente einer jungen Seekuh und Zähne eines Tigerhais. SN/universalmuseum joanneum/lackner
Knochenfragmente einer jungen Seekuh und Zähne eines Tigerhais.

Der Fossilienfund aus einem Steinbruch in der südweststeirischen Gemeinde Retznei beschäftigte kürzlich die Fachwelt: Durch die Präparationsarbeit von Norbert Winkler im Universalmuseum Joanneum waren fossile Knochenfragmente einer jungen Seekuh und sieben Zähne eines Tigerhais sichtbar geworden. Der Fund, der den Angriff des Hais und damit das Räuber-Beute-Verhalten vor mehr als 14,5 Millionen Jahren im tropischen Meer dokumentiert, ist jetzt erstmals öffentlich in der Sonderausstellung "Haie in Österreich" der Fossilienwelt Weinviertel in Stetten (Niederösterreich) zu sehen. Die Knochenfragmente der Seekuh waren bereits 2012 vom Hobbypaläontologen Gerhard Wanzenböck gefunden worden. Erst während der mehrmonatigen Präparation im Labor von Norbert Winkler zeigte sich die Besonderheit: In unmittelbarer Nähe der Rippen der Seekuh kamen die Zähne des Hais zum Vorschein.

Haispezialistin Iris Feichtinger vom Naturhistorischen Museum Wien konnte belegen, dass sich der Hai die Zähne an seinem Opfer ausgebissen hatte - sie fand Bissspuren an einer Rippe des Seekuh-Babys. In der bis 31. Oktober geöffneten Ausstellung in Stetten werden zahlreiche Haiarten aus dem tropischen Meer, das einst weite Teile Ostösterreichs bedeckte, gezeigt.

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