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Elf Prozent der erkrankten Kinder hatten Long Covid

Auch Kinder können "Long Covid" entwickeln, wie nun eine Studie von AGES, MedUni Graz und der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde zeigt.

Kinder haben auch mit langfristigen Folgen einer Coronainfektion zu kämpfen, wie nun eine neue Studie aus Graz zeigt.  SN/habrovich - stock.adobe.com
Kinder haben auch mit langfristigen Folgen einer Coronainfektion zu kämpfen, wie nun eine neue Studie aus Graz zeigt.

Wie häufig zeigen Kinder mit einer Coronainfektion Symptome? Gibt es Long Covid bei Kindern? Wie belastet sind Eltern und Kinder durch eine kindliche Infektion? Diese Fragen soll eine Studie beantworten, die seit Frühjahr 2021 von AGES (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit), MedUni Graz und der Österreichischen Gesellschaft für Kinder- und Jugendheilkunde (ÖGKJ) durchgeführt wird. Nun wurden erste Zwischenergebnisse von 755 Kindern bis 14 Jahre präsentiert. Daniela Schmid, AGES-Studienkoordinatorin, sagt: "60 Prozent der positiv getesteten Kinder entwickelten klinische Symptome einer Covid-19-Erkrankung. Knapp sieben Prozent wurden bei einem Arzt vorstellig; 2,4 Prozent wurden in einem Krankenhaus aufgenommen."

Die Ein- bis Fünfjährigen landeten häufiger im Spital als sechs- bis 14-jährige Kinder - allerdings auch teils zur Beobachtung, sagt Volker Strenger, Kinderinfektiologe an der MedUni Graz. Die unter Einjährigen präsentierten sich meist mit mildem Husten und Schnupfen sowie Fieber; die Ein- bis Fünfjährigen hauptsächlich mit Fieber. Bei den Zehn- bis 14-Jährigen traten deutlich häufiger Kopfschmerzen sowie eine Beeinträchtigung des Geruchs- und Geschmackssinns auf als bei Jüngeren.

Länger als vier Wochen nach der Infektion wurden bei elf Prozent der Kinder Symptome beobachtet, was als Long Covid gezählt werden kann. Zehn- bis 14-Jährige waren mit 15,5 Prozent häufiger als jüngere Kinder betroffen. Als häufigstes Long-Covid-Symptom wurde generell vermehrte Müdigkeit (4,2 Prozent) beobachtet, gefolgt von der Beeinträchtigung von Geruchs- und Geschmackssinn (drei Prozent) sowie Kurzatmigkeit. Bei 6,2 Prozent der Befragten wurden noch nach mehr als drei Monaten Symptome beobachtet, am häufigsten auch hier vermehrte Müdigkeit, Kopfschmerzen sowie Geruchs- und Geschmacksbeeinträchtigung. Für 63 Prozent der befragten Eltern wurde die Schließung von Schulen und Kindergärten als psychisch belastender empfunden als die Infektion des Kindes.

Aufgerufen am 01.12.2021 um 07:09 auf https://www.sn.at/panorama/wissen/elf-prozent-der-erkrankten-kinder-hatten-long-covid-112679725

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