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Innitzer-Preise für Jurist Burgstaller und Elektrotechniker Paschke

Der Rechtswissenschafter Manfred Burgstaller erhielt am Samstag den Kardinal-Innitzer-Preis 2021.

Der "Große Preis" des Jahres 2020 ging an den Elektrotechniker Fritz Paschke, wie die Kathpress mitteilte. Insgesamt ehrte Kardinal Christoph Schönborn 26 Wissenschafter oder Wissenschaftsjournalisten. Bei der Preisverleihung bezeichnete der Kardinal die "wissenschaftsbezogene Skepsis" als "etwas Bestürzendes".

Schönborn würdigte in seiner Ansprache die Arbeit der Gründer der Firma BioNtech, Ugur Sahin und Özlem Türeci. Diese hätten ihre ganze Energie in die Entwicklung ihres Covid-19- Impfstoffes gesteckt. Erstaunlicherweise schlug dem Vakzin dann aber "massive Skepsis" entgegen.

Dies sei ein Hinweis auf den gesellschaftlichen Spaltungsprozess, der mit einem gefährlichen Vertrauensverlust einher gehe. Solide wissenschaftliche Forschung sei aber "ein Pfeiler einer freien, demokratischen Gesellschaft", so der Kardinal. Forscher dürften sich daher "nicht verunsichern lassen durch Verschwörungstheoretiker und die Propheten des Untergangs".

Der Kardinal-Innitzer-Preisträger des heurigen Jahres wurde 1939 in Wels (OÖ) geboren. Manfred Burgstaller war lange Jahre Professor für Strafrecht und Kriminologie an der Universität Wien und ist mittlerweile emeritiert. Er ist wirkliches Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) und war bis Juli 2021 Rechtsschutzbeauftragter beim Innenministerium, sowie 2014 und 2015 Mitglied des "Weisenrats" des Justizministeriums.

Der Hauptpreisträger des Jahres 2020, Fritz Paschke, wurde 1929 in Gösting bei Graz geboren. Nach dem Studium in Wien und Graz wurde er 1965 Professor für Allgemeine Elektrotechnik an der damaligen Technischen Hochschule Wien, deren Rektor bzw. Prorektor er in den 1970er Jahren war. Auch nach seiner Emeritierung blieb er auf vielen Forschungsgebieten aktiv, heißt es.

Neben den beiden Trägern des "Großen Preises" gingen die Würdigungspreise für Geisteswissenschaften 2021 und 2020 an den Wirtschaftshistoriker Dieter Stiefel und den Iranologen Bert Fragner. Den Würdigungspreis für Naturwissenschaften 2021 erhielt die Quantenphysikerin Francesca Ferlaino, jenen des vergangenen Jahres der Genetiker Josef Penninger. Die Würdigungspreise für Wissenschaftspublizistik der Jahre 2021 und 2020 gingen an Florian Aigner und ORF-Wissenschaftschef Günther Mayr.

Der nach dem Wiener Erzbischof Kardinal Theodor Innitzer (1875-1955) benannte Wissenschaftspreis wird seit 1962 von der Erzdiözese Wien verliehen und laut Kathpress vom Wissenschaftsministerium, mehreren Bundesländern, sowie von Banken, Versicherungen und der Wirtschaftskammer unterstützt.

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