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So unterscheidet man den Bärlauch von seinen giftigen Doppelgängern

Wer auch heuer wieder in die Bärlauch-Saison starten möchte, sollte vorab das Wissen über die Pflanze und ihre giftigen Doppelgänger unbedingt auffrischen. Denn beim Bärlauchsammeln sollte man genau hinsehen - eine Verwechslung mit Maiglöckchen und Herbstzeitlosen kann tödlich enden. Wie erkennen Sammler nun Bärlauch und welche Wirkung haben die Blätter?

Bärlauch ist einer der ersten Frühlingsboten, sein Geruch sticht sonnenhungrigen Spaziergängern in Parks und Wäldern bereits in die Nase. Seine Blätter sind nicht nur schmackhaft, sie werden auch als Mittel gegen Atherosklerose und hohen Blutdruck verwendet, ebenso zur Entschlackung. Doch das Gewächs sieht Maiglöckchen und Herbstzeitlosen zum Verwechseln ähnlich, was tödlich enden kann.

Die beiden wichtigsten Unterscheidungskriterien von Bärlauch, Maiglöckchen und Herbstzeitlose

  • Blätter: Wichtigstes Charakteristikum des Bärlauchs: Die Blätter treiben einzeln aus dem Boden und sind deutlich in eine lanzettähnliche Blattfläche und einen dünnen Blattstiel gegliedert. Die Blätter des Bärlauchs sind mattgrün und weich. Die Blätter der giftigen Herbstzeitlosen sind schmal-länglich, sitzen ohne Stiel am Stängel und treiben in Büscheln aus dem Boden. Die Blätter der Maiglöckchen sind dunkelgrün und fest und glänzen auf der Blattunterseite. Die Blätter wachsen paarweise am Stängel und umfassen den Stiel.
  • Geruch: Der stechende Knoblauchduft ist einmalig und schon aus mehreren Metern Entfernung wahrnehmbar, doch das äußere Erscheinungsbild kann täuschen. Der Saft der Herbstzeitlose sowie des Maiglöckchens ist geruchlos. Wenn man zuvor schon Bärlauch gesammelt hat, kann allerdings der auf den Händen klebende Saft bei einer Überprüfung einen Knoblauch-Duft vortäuschen.
Achtung Verwechslungsgefahr: Bärlauch, Maiglöckchen und Herbstzeitlose. SN/APA
Achtung Verwechslungsgefahr: Bärlauch, Maiglöckchen und Herbstzeitlose.

Was passiert, wenn man Herbstzeitlose statt Bärlauch isst?

Schon drei bis vier Blätter der Herbstzeitlose können tödlich sein. Dabei wirkt das in der Pflanze enthaltene Zellgift - Colchicin - erst nach mehreren Stunden. Erste Vergiftungserscheinungen treten in Form von Übelkeit und Erbrechen auf. Es folgen Durchfälle, Darm-, Blut- und Knochenmarkzellen werden zerstört, was nach etwa zwei Tagen zum Tod führen kann. Bei einer Vergiftung durch den Verzehr durch Herbstzeitlose, gibt es kein Gegengift.

Welche Folgen hat der Verzehr von Maiglöckchen?

Verwechslungen mit Maiglöckchen (Convallaria majalis) haben meist nicht so gravierende Folgen: Giftig sind für den Menschen Glykoside, die Herzrhythmusstörungen verursachen können. Diese werden vom Darm jedoch nur schlecht aufgenommen und von der Niere rasch ausgeschieden. Lebensgefährliche Vergiftungen sind selten. Die Pflanze wächst meist paarweise, wobei ältere die jüngeren Blätter umgreifen.

Welche Pflanzen gelten noch als Bärlauch-Doppelgänger?

Auch die Blätter der giftigen Garten-Tulpe (Tulipa-Hybriden), die gelegentlich verwildert, können für eine tödliche Verwechslung sorgen. Das Blumengewächs bildet, wenn es nicht zur Blüte kommt, nur ein einzelnes Blatt aus, das dem Bärlauch ähnelt. Darin befindet sich Tulipin, das eine ähnliche Wirkung wie das Colchicin der Herbstzeitlose besitzt. Schon 15 Minuten nach dem Konsum kann es zu Übelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen und Durchfall kommen. Starke Vergiftungen führen schließlich zu Schock, Apathie und durch Atemstillstand im schlimmsten Fall zum Tode.

Wo wächst Bärlauch und wie wird er beim Kochen verwendet?

Bärlauch wächst in schattigen, humusreichen Auen und Flusswäldern mit besonders vielen Nährstoffen. In den Alpen findet man die 15 bis 30 Zentimeter langen Blätter und Stängel bis in Höhen von 1.700 Meter. Die ersten Bätter bilden sich vielerorts schon im März. Von März bis Mai ist die ideale Erntezeit für Bärlauch. Die Pflanze kann theoretisch bis in den Herbst geernet werden, doch im Regelfall werden die jungen Blätter in der Küche eingesetzt. In der Blütezeit wandert das Aroma von den Blättern in die Blüte. Die Blüten der Bärlauchpflanze können z.B. als Dekoration verwendet werden, denn trotz hartnäckig anhaltender Gerüchte, sind diese nicht giftig.

Der knoblauchähnliche Geschmack des Bärlauchs ist milder als Garten-Knoblauch und verursacht, in mäßigen Mengen genossen, keinen lästigen Geruch. Zum Würzen werden am besten frische Blätter verwendet. Bärlauch sollte generell nicht gekocht, sondern roh unter heiße Speisen - wie Suppen, Soßen und Gemüse - gemischt oder als Salat verwendet werden. Gesund ist die Pflanze nicht nur für Menschen: Auch Bären suchen das Kraut angeblich nach dem Winterschlaf, um Magen, Darm und Blut zu reinigen.

Wer den 'wilden Knoblauch' sammelt, sollten lediglich ein bis zwei Blätter abzupfen - die Zwiebel sollte eingegraben bleiben damit die Pflanze weiterleben kann. Das Sammeln von Bärlauch sollte den Kennern überlassen werden. Daher ist es ratsam, Bärlauch lieber im eigenen Garten zu pflanzen oder beim Lebensmittelhandel des Vertrauens zu erwerben, statt wild zu sammeln.

Aufgerufen am 23.01.2022 um 10:41 auf https://www.sn.at/panorama/wissen/so-unterscheidet-man-den-baerlauch-von-seinen-giftigen-doppelgaengern-25889536

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