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Viktor Frankls Witwe Elly: "Ich war nie die Ruhige"

Elly Frankl war 50 Jahre mit Viktor Frankl verheiratet. Im SN-Gespräch erzählt die 91-Jährige über Armut, berühmt sein und die große Liebe.

Als wir in der Mariannengasse 1 im 9. Bezirk in Wien anläuten, entschuldigt sich Elly Frankl. Sie sei etwas ermüdet. In der Nacht um zwei Uhr habe eine unbekannte junge Frau angerufen, die Suizid begehen wollte. Das nächtliche Telefongespräch habe zwei Stunden gedauert. Das komme manchmal vor, erzählt die Frau, die mit dem Begründer der Logotherapie verheiratet war.

In jungen Jahren hat Eleonore Schwindt, das Mädchen aus Kaisermühlen, den Psychiater Viktor E. Frankl kennengelernt - und ist damit in eine Welt hineingewachsen, in der sie Martin Heidegger, Karl Jaspers, Gabriel Marcel, dem Papst, dem japanischen Kaiser, Michail Gorbatschow und vielen anderen Berühmtheiten begegnet ist. "Dabei ist mir sehr zugute gekommen, dass ich nie ein scheues Mädchen war. Ich war nie ein Duckmäuserl, nie eine der Braven", sagt sie im SN-Gespräch.

Sie und ihr Mann hätten immer von dem Gehalt gelebt, das Viktor als Psychiater in der Poliklinik erhalten habe. "Er hat nie etwas von seinen Patienten verlangt", betont Elly Frankl. "Wenn ich ihn gefragt habe, hat er gesagt: Elly, hast du Hunger? Nein. Elly, musst du neben den Schuhen gehen? Nein. Elly, ist dir kalt? Nein. Wofür soll ich dann so viel Geld verdienen? Wenn dir etwas abgeht, sag es mir. Aber es ist mir nichts abgegangen."

Das Elly-Frankl-Interview - hier klicken

(SN)

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