Pfingstfestspiele Salzburg

Pfingstfestspiele Salzburg: Cecilia Bartoli gibt Rollendebüt

Vier Jahre ist es mittlerweile her, da widmete Cecilia Bartoli Gioachino Rossini erstmals das Programm der Salzburger Pfingstfestspiele. Anlässlich des 150. Todesjahres des Komponisten stellt ihn die künstlerische Leiterin des Festivals heuer abermals in den Fokus und gibt dabei ihr Rollendebüt als Isabella in der Neuproduktion seiner Oper "L'italiana in Algeri".

Bartoli gibt die Isabella in "L'italiana in Algeri" SN/APA (TT News Agency)/CHRISTINE O
Bartoli gibt die Isabella in "L'italiana in Algeri"

Dass Bartoli dabei nichts dem Zufall überlässt, zeigt schon der Blick ins Programm des Pfingstfestivals, das am Freitag mit der Premiere im Haus für Mozart beginnt. Für die Inszenierung zeichnet das belgisch-französische Regie-Duo Moshe Leiser und Patrice Caurier verantwortlich, mit dem Bartoli bereits zum vierten Mal im Rahmen der Pfingstfestspiele zusammenarbeitet. Nicht nur die bisher letzte gemeinsame Produktion ("Iphigenie en Tauride, 2015) wurde ein Erfolg. Auch bei der musikalischen Leitung setzt die Römerin auf gute Erfahrungen. Jean-Christophe Spinosi leitete bereits 2014 das von ihm gegründete Ensemble Matheus in Rossinis "La Cenerentola", bei der Bartoli in der Titelrolle zu sehen war. "Jean-Christophe Spinosi ist ein toller Partner und sein Ensemble Matheus fantastisch. Es macht einfach Freude, mit so einem Orchester Rossini zu spielen, alles ist klar, transparent und spritzig, wie Champagner", so Bartoli. 

Mit "L'italiana in Algeri" kommt eine derzeit viel diskutierte Thematik auf die Bühne: das Verhalten eines mächtigen Mannes gegenüber Frauen. Der mächtige Mann ist in diesem Fall der Bey von Algier, der seiner Gattin überdrüssig ist und sich deshalb die junge Isabella zur Gespielin machen will, die jedoch ihren eigenen Kopf hat. Man darf sich also jetzt schon freuen, wie Bartoli als Isabella den ungarischen Bassbariton Peter Kalman als Bey an der Nase herumführen wird. Für ihr komödiantisches Talent ist die Sopranistin schließlich ebenfalls bekannt. 

Am Tag nach der Opernpremiere folgt eine Rarität bei den Salzburger Pfingstfestspielen: eine halbszenische Aufführung von Offenbachs "La Perichole". Offenbach fand sich bisher nur selten im Festspielprogramm, das Werk selbst noch nie. Im Haus für Mozart wird Marc Minkowski das von ihm gegründete Ensemble Les Musiciens du Louvre leiten, das auf Originalinstrumenten spielt. Wie in Rossinis Oper steht auch hier ein Herrscher im Zentrum, der seine Position nutzt, um die Gunst einer Frau zu gewinnen. 

Rossini findet sich auch im Konzertprogramm wieder. Unter der Leitung von Daniel Barenboim gibt die Staatskapelle Berlin unter anderem Rossinis Ouvertüre zu "Semiramide". Andras Schiff wird im selben Konzert außerdem Griegs Konzert für Klavier und Orchester in a-Moll spielen. Barenboim leitet auch das starbesetzte, abschließende Festkonzert am 21. Mai, bei dem Cecilia Bartoli mit Jonas Kaufmann und Rolando Villazon Rossini und Wagner programmatisch gegenüberstellt. 

(APA)

Aufgerufen am 24.05.2018 um 04:11 auf https://www.sn.at/pfingstfestspiele-salzburg/pfingstfestspiele-salzburg-cecilia-bartoli-gibt-rollendebuet-27914701

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