Innenpolitik

Anti-Terror-Paket der Regierung für SPÖ nur Schlagworte

Das von der Bundesregierung präsentierte Anti-Terror-Paket mit Maßnahmenvollzug für Gefährder und elektronischer Überwachung nach verbüßter Haft enthält nach Ansicht von SPÖ-Vorsitzender Pamela Rendi-Wagner nur "Schlagworte und Überschriften". Da die Regierung noch nichts Konkretes vorgelegt habe, wäre es "unseriös", jetzt darüber zu diskutieren, sagte Rendi-Wagner am Donnerstag. Sie plädierte dafür, alle bestehenden gesetzlichen Möglichkeiten auszuschöpfen.

SPÖ-Chefin Rendi-Wagner bei einer Gedenkveranstaltung SN/APA/HELMUT FOHRINGER
SPÖ-Chefin Rendi-Wagner bei einer Gedenkveranstaltung

Die zentrale Frage ist für Rendi-Wagner, ob der Terroranschlag in der Wiener Innenstadt verhindert hätte werden können. Und sie geht davon aus, dass der Attentäter vorher in Haft genommen hätte werden müssen, wenn der Verfassungsschutz seine Arbeit richtig gemacht hätte und die Fehler im Innenministerium nicht passiert wären.

Ähnlich NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger, die in Bezug auf die Aufarbeitung des Anschlags in Wien weiterhin die Aufarbeitung durch eine unabhängige Untersuchungskommission unter Einbeziehung des Parlaments und der Opposition, etwa in einem Geheimdienstausschuss mit strengen Vertraulichkeitsbestimmungen, forderte. "Und erst dann stellen wir die Schuldfrage und erst dann stellen wir die Frage, ob es vielleicht noch weitere gesetzliche Maßnahmen braucht."

Die NEOS störe, dass von der Regierung nun aus politischem Aktionismus Maßnahmen gesetzt werden, ohne geprüft zu haben, ob es diese überhaupt brauche. Vor dem Anschlag sei einiges massiv schiefgelaufen. Das liege aber nicht an fehlenden Gesetzen, sondern an einem schlechten Vollzug der bestehenden Gesetze.

Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) kritisiert das von der Bundesregierung geplante Anti-Terror-Maßnahmenpaket und ortet darin falsche Prioritäten. Die Regierung habe es vorgezogen, überhastet und ohne Einbindung von Opposition und Zivilgesellschaft vorzugehen, zeigte sich IGGÖ-Präsident Ümit Vural am Donnerstag in einer Aussendung enttäuscht.

"Der islamistische Extremismus zielt auf unsere Demokratie, unsere Freiheiten und unseren sozialen Frieden ab", hieß es darin: "Daher ist es aus Sicht der IGGÖ eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, diese Angriffe abzuwehren und dabei eben keine Freiheiten aufzugeben." Auch seien einzelne der vorgeschlagenen Maßnahmen mit der Gefahrenabwehr nicht in Einklang zu bringen.

"Die Regierung hat ein Imameregister vorgeschlagen. Die IGGÖ führt ja bereits eines. Aber wie hätte das jetzt den Attentäter aufhalten sollen?", zeigte sich Vural überrascht: "Die IGGÖ hat sich klar als Verbündete im Kampf gegen jegliche Art von Extremismus positioniert. Sie ist aber keine Hilfspolizei, kein Sicherheitsapparat. Wenn die Behörden handfeste Beweise haben, müssen wir konstruktiv zusammenarbeiten, um die richtigen Schritte setzen zu können."

Quelle: APA

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