Innenpolitik

Familientreffen, Restaurants, Geschäfte: So sieht der Fahrplan in die Normalität aus

Die Ausgangsbeschränkungen fallen am 1. Mai, zwei Wochen darauf öffnen die Restaurants. Und was wird sonst alles wieder erlaubt? Ein Überblick.

Österreich macht sich auf den langen Weg in Richtung Normalität. SN/APA/HANS PUNZ
Österreich macht sich auf den langen Weg in Richtung Normalität.

Die magische Zahl beträgt 0,59. Sie markiert den sogenannten Reproduktionsfaktor in den vergangenen beiden Wochen. Und dieser wiederum besagt, dass eine corona-infizierte Person statistisch gesehen 0,59 weitere Personen angesteckt hat. Das ist aus medizinischer Sicht ein erfreulich niedriger Wert. Was die Regierung veranlasste, am Dienstag weitere Lockerungen der geltenden Coronaeinschränkungen bekannt zu geben.

Dies freilich unter dem Vorbehalt, dass sich die Ansteckungskurve nicht wieder nach oben dreht. Die kommenden Wochen seien "die alles entscheidende Phase". Die Gefahr einer zweiten dramatischen Coronawelle sei keineswegs gebannt, sagte Gesundheitsminister Anschober. Schlimmstenfalls müsse die Regierung "die Notbremse ziehen" und die Lockerungen wieder rückgängig machen, warnte er.

Wie sieht nun der Fahrplan in die Normalität aus?


1. Mai: Ausgangsbeschränkungen fallen, dafür Abstand und Mundschutz

Die gegenwärtigen Ausgangsbeschränkungen enden, wie Anschober sagte, am 30. April um 24 Uhr. Ab 1. Mai darf man sich wieder ohne Angabe von Gründen (wie Einkauf, Arbeit, sportliche Erholung) im Freien aufhalten. Und man darf wieder seine Freunde und Verwandten besuchen. Dies war, wie Anschober und Innenminister Karl Nehammer am Dienstag neuerlich betonten, bisher zwar formal nicht verboten, aber faktisch unmöglich: Denn Verwandten- und Freundesbesuche zählten nicht zu den Ausnahmen, die es einem erlaubten, das eigene Haus zu verlassen.

Ab 1. Mai darf man sich wieder ohne Einschränkungen im Freien aufhalten und Verwandte besuchen. SN/APA/HERBERT NEUBAUER
Ab 1. Mai darf man sich wieder ohne Einschränkungen im Freien aufhalten und Verwandte besuchen.

Bei Ausgängen im Freien muss auf einen Ein-Meter-Abstand zu all jenen geachtet werden, die nicht im selben Haushalt leben. Auch Versammlungen sind ab 1. Mai erlaubt, aber sie dürfen nicht mehr als zehn Personen umfassen. An Begräbnissen dürfen 30 Personen teilnehmen. Für die Abhaltung von Demonstrationen soll ein eigenes Gesetz beschlossen werden. Fest steht bereits, dass die Teilnahme an Demonstrationen nicht nur Trägern von Corona-Tracking-Apps erlaubt sein wird. In Öffis muss der Ein-Meter-Abstand nicht mehr eingehalten werden, da dies praktisch unmöglich ist. Die Mundschutzpflicht in Öffis und Geschäften sowie in öffentlichen Einrichtungen bleibt aufrecht.

Schon seit Längerem steht fest, dass am 1. Mai Sportstätten wie Tennis-, Golf- oder Reitplätze dem Publikum wieder zur Verfügung stehen werden.

2. Mai: Große Geschäfte und Friseure öffnen

An diesem Tag dürfen Geschäfte über 400 Quadratmetern Größe und Einkaufszentren den vollen Betrieb wiederaufnehmen. Pro Kunde müssen nur noch zehn und nicht, wie bisher, 20 Quadratmeter zur Verfügung stehen. Auch Friseure, Kosmetiksalons und ähnliche Einrichtungen dürfen wieder öffnen.

4. Mai: Maturaklassen kehren an die Schulen zurück

Die Schulen öffnen schrittweise. Am 4. Mai kehren die Maturanten und Schüler von Abschlussklassen in die Klassenzimmer zurück. Auch Besuche in Seniorenheimen sind - unter Auflagen - wieder erlaubt.

15. Mai: Gasthäuser sperren auf

Am 15. Mai dürfen Gasthäuser wieder öffnen, und zwar zwischen 6 und 23 Uhr. Erlaubt sind vier Erwachsene plus deren Kinder pro Tisch. Der Abstand zwischen den Gruppen muss einen Meter betragen, für das Servierpersonal besteht Maskenpflicht. Die Gäste können bei Tisch die Masken ablegen. Diskotheken bleiben geschlossen.

Eine Erleichterung gibt es ab diesem Tag für die Religionsgemeinschaften. Pro Kirchenbesucher müssen nicht mehr 20, sondern nur noch zehn Quadratmeter Platz vorhanden sein. Es dürfen also doppelt so viele Menschen die Messe besuchen wie zuvor.

Weiters dürfen am 15. Mai Tiergärten wieder öffnen.

Beim „Fuxngut“ in Salzburg vermisst man schon die Abstände im Gastgarten.  SN/APA/BARBARA GINDL
Beim „Fuxngut“ in Salzburg vermisst man schon die Abstände im Gastgarten.

18. Mai: Schulunterricht für jüngere Schüler und Einzelproben für Künstler

Der Unterricht an Volksschulen, Neuen Mittelschulen und AHS-Unterstufen startet. Allerdings werden die Klassen im "Schichtbetrieb" unterrichtet.

Die Schulen starten vorerst im „Schichtbetrieb“: Immer nur die halbe Klasse soll anwesend sein.  SN/APA/HANS PUNZ
Die Schulen starten vorerst im „Schichtbetrieb“: Immer nur die halbe Klasse soll anwesend sein.

Ab diesem Tag dürfen auch private Theaterhäuser und Orchester Einzelproben und -trainings durchführen. Der reguläre Probebetrieb dürfe am 1. Juni wiederaufgenommen werden, sagten der zuständige Minister Werner Kogler und Staatssekretärin Ulrike Lunacek kürzlich in einer Pressekonferenz, die aber viele Fragen offen ließ.

29. Mai: Freibäder öffnen

Am Freitag, dem 29. Mai, dürfen auch Hotels wieder öffnen. Das Gleiche gilt für Schwimmbäder und sonstige Freizeitanlagen, vor allem für die Sommerfreibäder. Unter welchen Bedingungen das möglich sein wird, ist derzeit Gegenstand von Verhandlungen.

Im Leopoldskroner Freibad in der Stadt Salzburg wurden schon die Becken befüllt.  SN/Stefanie Schenker
Im Leopoldskroner Freibad in der Stadt Salzburg wurden schon die Becken befüllt.

3. Juni: Ältere Schüler kehren an die Schulen zurück

Nach den Pfingstferien kehren auch die Schülerinnen und Schüler der Oberstufen in den regulären Unterricht zurück. Außerhalb der Klassenzimmer gilt Maskenpflicht, Nachmittagsunterricht gibt es keinen.

Quelle: SN

Aufgerufen am 03.12.2020 um 01:06 auf https://www.sn.at/politik/innenpolitik/familientreffen-restaurants-geschaefte-so-sieht-der-fahrplan-in-die-normalitaet-aus-86886799

Kommentare

Schlagzeilen