Innenpolitik

Grundstein für erstes orthodoxes Kloster Österreichs gelegt

Im burgenländischen St. Andrä am Zicksee (Bezirk Neusiedl am See) ist am Samstag der Grundstein für das erste orthodoxe Kloster Österreichs gelegt worden. Das Kloster "Maria Schutz", das aufgrund von Bürgerprotesten, einer Volksabstimmung und der Coronakrise bereits einen steinigen Weg hinter sich hat, solle "ein Zentrum der Begegnung zwischen Ost und West" werden, betonte der griechisch-orthodoxe Metropolit Arsenios Kardamakis bei der feierlichen Grundsteinlegung.

Der Baustart des ersten orthodoxen Klosters in Österreich und Mitteleuropa, das ein gemeinsames Projekt der griechisch-orthodoxen Metropolis von Austria und der katholischen Diözese Eisenstadt darstellt, sei ein "historischer Tag für die gemeinsame Vision der Einheit der Kirche Christi gemäß seinem Willen", sagte Arsenios.

Das Projekt zeige, dass das Burgenland ein Land der Offenheit und des Zusammenhalts sei, betonte Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ). "Wir leben seit Jahren miteinander in der Ökumene", sagte er. Das Kloster sei im Burgenland "herzlich willkommen".

Erfreut, dass es nach den zahlreichen Herausforderungen seit dem Start des Projektes im Jahr 2014 nun zum Baustart komme, zeigte sich auch der Eisenstädter Bischof Ägidius Zsifkovics. Er sprach von einem Ereignis "von historischer Bedeutung" und hob den verbindenden Charakter des Klosters für die orthodoxe und die katholische Kirche hervor.

Die Diözese Eisenstadt und das Burgenland seien damit ein Verbindungsstück zwischen den "zwei Lungenflügeln", mit denen das Christentum atme. Das Kloster werde verdeutlichen, dass "sowohl orthodoxe als auch katholische Christen Mitglieder ein und derselben Familie sind", betonte Zsifkovics.

Der Ökumenische Patriarch Bartholomaios I. konnte aufgrund der Coronakrise zwar nicht wie geplant zur Grundsteinlegung anreisen, von ihm wurde aber ebenso eine Botschaft verlesen wie von Kardinal Kurt Koch aus dem Vatikan. Von beiden Seiten hatten das Klosterprojekt von Beginn an Unterstützung erhalten.

Zunächst wird nun die Kirche des Klosters errichtet. Danach folgen die Zellen für die Mönche, Empfangsräume, eine Bibliothek, das Refektorium, Nebenräume und Werkstätten. Auch ein Gästehaus ist geplant. Acht bis zwölf Mönche werden im Kloster Platz finden. Die orthodoxe Mönchsgemeinschaft lebt bereits seit einigen Jahren in einem angekauften Haus in St. Andrä am Zicksee.

Quelle: APA

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