Innenpolitik

Kein Präsenzunterricht: Wie es mit den Schulen weitergeht

Die Schulen öffnen nicht wie angekündigt am 25. Jänner, sondern bleiben bis nach den Semesterferien geschlossen. Ein pädagogisches Hilfspaket wird für zusätzliche Förderstunden und psychosoziale Betreuung in den Schulen eingerichtet.

Die Bildungsampel bleibt auf Rot gestellt. SN/APA/HELMUT FOHRINGER
Die Bildungsampel bleibt auf Rot gestellt.

Vorerst zu Hause bleiben müssen Österreichs Schüler, der Start des Präsenzunterrichts verschiebt sich: Das Distance Learning bleibt bis zu den Semesterferien, danach gibt es Schichtbetrieb. "Es werden in jedem Fall ungewöhnliche Semesterferien", sagte Bildungsminister Heinz Faßmann in der Pressekonferenz der Fachminister am Sonntag. Um die Rückkehr an die Schulen zu ermöglichen, haben sich die Schulen in den vergangen Wochen und Monaten vorbereitet und ein Konzept entwickelt.

"Doch die britische Mutation hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht", sagte Faßmann. "Wenn Experten auf die Gefahr hinweisen, können wir das nicht ignorieren."

Die Schulen öffnen nicht wie angekündigt am 25. Jänner, sondern bleiben bis nach den Semesterferien geschlossen. In Wien und Niederösterreich öffnen die Schulen somit am 8. Februar, in den restlichen Bundesländern ab 15. Februar. Oberösterreich und die Steiermark verlegen dazu die Semesterferien um eine Woche vor.

Faßmann stellt 200 Millionen Euro Schulhilfspaket in Aussicht

Faßmann kündigte zudem ein 200 Millionen Euro schweres Schulhilfspaket an. Ab dem Schulstart im Februar werde es zusätzliche Förderstunden geben. Ob für Unterricht in Kleingruppen oder auch zusätzliche Betreuung am Nachmittag - die Schulen entscheiden selbst, wie sie das Geld aus dem Hilfspaket einsetzen wollen. Mit der Förderung soll auch Kindern geholfen werden, die derzeit Deutschförderklassen besuchen. "Diese brauchen eine besondere Unterstützung", sagte Faßmann. "Eine Pandemie ist keine ideale Zeit, um eine neue Sprache zu lernen."

Die psychologische Betreuung von Schulkindern soll weiterhin möglich sein. Die Schulberatungen bleiben geöffnet. Dorthin können sich Schulkinder wenden, die unter psychischen Problemen wie Schlafstörungen oder Zukunftsängsten leiden. Zudem soll es neue Möglichkeiten für virtuelle Beratungsgespräche geben. Das sei vor allem für Oberstufenschüler wichtig, so Faßmann.

Bezüglich Leistungsüberprüfungen und Semesterschulnachrichten sagte Faßmann: "Derzeit ist nicht die Zeit der Härte, sondern die Zeit der Milde." Die Schulnachrichten seien mit Toleranz zu sehen.

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