Innenpolitik

Kurz und Strache besuchten Pilotprojekt zu Deutschklassen

Mit dem Besuch eines Pilotprojekts zu den geplanten Deutschförderklassen hat sich die Regierungsspitze am Montag klar zur Sprachförderung für eine bessere Integration bekannt. Deutschkenntnisse seien der Schlüssel für eine erfolgreiche Bildungskarriere in Österreich und bessere Integration, betonte Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) in der Otto Glöckel Sportvolksschule in Wiener Neustadt.

Bundesregierung drückt die Schulbank SN/APA/ROBERT JAEGER
Bundesregierung drückt die Schulbank

Das Pilotprojekt, das mit Unterricht in Kleingruppen in vier Niveaustufen ein Best Practice Beispiel liefern soll, sei ein Vorbild, so Kurz. Das Investment in die sprachliche Frühförderung zahle sich aus. Kurz: "Wir wollen nicht spät teuer reparieren." Vor dem Einstieg in die Regelschule sei Sprachförderung nötig. Ohne ausreichende Deutschkenntnisse sei es problematisch, dem Unterricht zu folgen.

50 bis 70 Prozent Verbesserungen der Sprachkenntnisse innerhalb relativ kurzer Zeit seien ein großartiger Erfolg, sagte auch Vizekanzler Heinz-Christian Strache (FPÖ) und betonte, der Schritt zu Deutschförderklassen sei richtig gewesen. Es sei einiges zu reparieren, verwies er darauf, dass etwa in Wien 38 Prozent der Pflichtschulabgänger keine ausreichenden Deutschkenntnisse hätten. Die Folgen seien Arbeitslosigkeit, was auch die Kriminalitätsentwicklung beeinflusse.

Bildungsminister Heinz Faßmann (ÖVP) erklärte, keinen Zweifel daran zu haben, dass Deutschförderklassen wesentlich für die Integration seien. Er zeigte sich überzeugt, dass diese im Herbst "gut eingeführt" werden können. Deren Anzahl hänge von der Einstufung als außerordentliche Schüler ab, die Budgetmittel für zusätzliche Lehrer seien "mit Sicherheit" vorhanden.

Bürgermeister Klaus Schneeberger (ÖVP) sprach von einer "Brennpunktschule" in einem Stadtviertel mit 40 Prozent Migrationsanteil. Für das Projekt seien zusätzliche Lehrerinnen rekrutiert worden, die sonst keinen Job gehabt hätten.

Der Versuch in den ersten Volksschulklassen wurde nach Angaben von Sabine Karl-Moldan von der Bildungsregion NÖ Süd Ende 2016 gestartet und im März 2017 erstmals evaluiert. Zu diesem Zeitpunkt lag die Steigerung der Sprachkenntnisse bei 70 Prozent.

Schuldirektorin Ariane Schwarz unterstrich, dass auch die Zufriedenheit und Motivation bei den Pädagogen sehr hoch sei. In Gruppen bis zu zehn Kindern sei es möglich, individuell auf die Kinder einzugehen. Bei der Rückführung in die jeweilige Klasse würden sich die Kinder - entgegen Befürchtungen von Kritikern - gut zurechtfinden.

Quelle: APA

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