Innenpolitik

Maskenpflicht an Schulen fällt ab Mittwoch, Sport und Singen wieder erlaubt

Am Freitag wurden Lockerungen der Maskenpflicht für Österreich bekannt. Für Schülerinnen und Schüler wird der Mund-Nasen-Schutz schon nach Pfingsten Geschichte sein. Sport, Bewegung und Singen wird wieder erlaubt sein.

Die Maskenpflicht an Schulen fällt nach Pfingsten. SN/AFP
Die Maskenpflicht an Schulen fällt nach Pfingsten.

Ab Mittwoch werden die Hygieneregeln an den Schulen gelockert: die Maskenpflicht fällt. Das gab Bildungsminister Heinz Faßmann am Samstagvormittag bekannt. Wer eine Maske tragen möchte, könne es weiterhin tun, sagte er. Respekt, Abstand und Hygiene seien jedoch weiterhin notwendig: So soll die Distanz weiterhin eingehalten werden und Hygienemaßnahmen wie Händewaschen weiterhin zum Alltag gehören. Klassen ab 19 Schülern sollen nach wie vor geteilt sowie der Unterricht im Schichtbetrieb abgehalten werden. Auch die aktuellen Stundenpläne bleiben bis Schulschluss aufrecht. "Keep it simple, lautet meine Devise. Kinder, Eltern und Lehrer sollen nicht alle zwei Wochen neue Vorgaben erhalten", so Faßmann.

Sport an Schulen: Teilnahme für Schüler freiwillig

Turnunterricht kann schulautonom am Nachmittag an den regulären Unterricht angehängt werden. Für die Schüler ist die Teilnahme freiwillig, das Pflichtfach Bewegung und Sport bleibt ausgesetzt. Beim Turnunterricht gelten die vom Gesundheitsministerium für den Breitensport erarbeiteten Vorgaben. Bei der Umsetzung vertraut Faßmann auf die Lehrer: Sicher möglich seien etwa wenig körperbetonter Basketball, Völkerball oder Leichtathletik, ausgeschlossen kontaktintensivere Sportarten.

Generell werde der Sportunterricht aber eher draußen stattfinden, so der Minister und die Direktorin des Wiener Realgymnasiums auf der Schottenbastei, Cornelia Arnold. Turnsäle seien vielfach zu Klassenzimmern umfunktioniert worden, zum Teil werde dort Betreuung angeboten. Ebenfalls möglich sein sollen Veranstaltungen zum Schulschluss wie etwa Maturafeiern oder Abschlussfeste. Dabei gelten die normalen Vorgaben für Veranstaltungen. "Mit ein bisschen Kreativität geht sich auch ein gemeinsames Klassenfoto aus", meinte Faßmann.

Eine Bilanz zog er auch über den Schulbesuch in den vergangenen beiden Wochen. Mehr als 90 Prozent der Schüler seien zum Unterricht erschienen, mehr als 80 Prozent der Lehrer über 60 Jahren standen in der Klasse.

Das kommende Schuljahr soll nach den derzeitigen Plänen ohne Einschränkungen normal beginnen. Davor soll es noch das Angebot einer Sommerschule für bestimmte Schülergruppen geben.


Lockerungen der Maskenpflicht in Österreich

Am Freitag gab die Regierung bekannt, dass mit 15. Juni - bis auf wenige Ausnahmen - die Maskenpflicht fällt. Der Mund-Nasen-Schutz muss ab diesem Tag nur noch bei wenigen genau definierten Gelegenheiten angelegt werden: In öffentlichen Verkehrsmitteln. In Apotheken und sonstigen Gesundheitseinrichtungen. Im Dienstleistungsbereich, wenn der Ein-Meter-Abstand nicht eingehalten werden kann - der Friseurbesuch wird also nur mit Maske möglich sein. Auch soll die Maske angelegt werden bei Veranstaltungen, wo Menschen dicht an dicht aneinandertreffen. Auch das Personal in der Gastronomie wird weiterhin eine Maske tragen müssen.

Somit wird man ab 15. Juni wieder maskenlos einkaufen gehen und öffentliche Gebäude betreten können. Die Maskenpflicht für Polizistinnen und Polizisten wird ab 15. Juni gelockert. Auch beim Restaurant- und Gasthausbesuch kann die Maske zu Hause bleiben.

Gastro-Sperrstunde ab 15. Juni um ein Uhr früh

Apropos Gasthausbesuch: Hier gibt es weitere Lockerungen, die ebenfalls am 15. Juni in Kraft treten werden. Die Sperrstunde soll von 23 Uhr auf ein Uhr früh verschoben werden. Die Regel, dass nur vier Erwachsene an einem Tisch sitzen dürfen, entfällt. Die Tische sollen aber weiterhin nur im Ein-Meter-Abstand aufgestellt werden.

Bundeskanzler Sebastian Kurz begründete die Lockerung am Freitag mit dem Umstand, dass es nur noch sehr niedrigen Ansteckungszahlen gebe. In fünf Bundesländern gebe es überhaupt keine Neuinfektionen mehr. "Wir sind auf einem guten Weg und dürfen uns bei der österreichischen Bevölkerung bedanken", sagte Kurz. Gleichzeitig warnte er vor Unvorsicht: Das Coronavirus sei nach wie vor vorhanden, die Infektionszahlen könnten - sollten sich die Menschen nicht an die noch verbliebenen Einschränkungen halten - sehr rasch wieder steigen. In diesem Fall müsse man regionale Maßnahmen ergreifen, sagte Kurz. Im Klartext: Einen bundesweiten Lockdown werde es - voraussichtlich - nicht mehr geben. Der Kanzler appellierte neuerlich an die Menschen, Abstand zu halten, Handhygiene zu betreiben und auf Händeschütteln zu verzichten. Vizekanzler Werner Kogler sprach von "neugewonnener Freiheit", die Österreich jetzt gewonnen habe.

Globale Lage nach wie vor dramatisch

Global betrachtet ist die Lage nach wie vor dramatisch. Laut Gesundheitsminister Rudolf Anschober entwickle sich die Pandemie weltweit "besorgniserregend". Österreich sei in einer guten Lage, weil es sehr früh sehr energische Maßnahmen gesetzt habe. Die bisherigen Lockerungen hätten keine Steigerung der Ansteckungen zur Folge gehabt, sagte Anschober. Dennoch: Entwarnung könne noch nicht gegeben werden. Eine zweite Coronawelle müsse "mit allen demokratischen und realistischen Mitteln" verhindert werden.

Quelle: SN

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