Innenpolitik

Wallfahrtskirche Maria Bildstein zur Basilika erhoben

Die Vorarlberger Wallfahrtskirche Maria Bildstein ist Sonntagfrüh offiziell zur Basilika erhoben worden. Die Erhebung fand im Rahmen eines Festgottesdienstes in Bildstein mit dem Feldkircher Diözesanbischof Benno Elbs statt. Maria Bildstein (Bezirk Bregenz) ist nach jener in Rankweil (Bezirk Feldkirch) die zweite Basilika Vorarlbergs. Bisher gab es in Österreich 33 Basiliken, nun sind es 34.

Auch Nuntius Peter Stephan Zurbriggen, Monsignore Michael Kahle aus Rom und Vorarlbergs Landeshauptmann Markus Wallner (ÖVP) nahmen an der Messe teil. Maria Bildstein war Ende Mai von Papst Franziskus zur Basilika ernannt worden.

Für den Ehrentitel müssen mehrere Kriterien erfüllt sein, die von der Kongregation für Gottesdienst und Sakramentenordnung in Rom geprüft werden, eines davon sei die spirituelle Bedeutung für das gesamte Umfeld als Zentrum der Marienverehrung. Das Prüfungsverfahren für Bildstein dauerte etwa ein Jahr.

"Dass wir heute hier sein können und gemeinsam feiern, dass unsere Pfarr- und Wallfahrtskirche in Bildstein zur ,Basilika' erhoben wird, ist ein einmaliges Ereignis für das ganze Land", freute sich Pfarrer Paul Burtscher. Die Erhebung sei nicht nur Auszeichnung, sondern auch ein Auftrag, betonte indes Bischof Elbs. Es sei ein Auftrag, der immer wieder auch auf die Rolle Marias zurückführe.

"Die Gottesmutter Maria ist dabei durchaus provokant. Im Magnificat, ihrem Jubellied über Gott, klingt sie politisch und kämpferisch: ,Er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen', heißt es da. Wohl auch darum machen und machten sich Menschen in allen Jahrhunderten auf den Weg, um bei Maria Schutz zu finden", so Elbs. Man müsse, um den Kern der Marienwallfahrten erleben zu können, nicht in die Ferne, nach Lourdes oder Fatima blicken. Auch Bildstein und Rankweil würden in vielen, kleinen Wundern des Alltags davon erzählen.

Der Ehrentitel sei ein freudiger Anlass, erklärte Landeshauptmann Wallner. Nach der päpstlichen Aufwertung sei zu erwarten, dass - auf der Suche nach Ruhe, Andacht und innerer Einkehr - noch mehr Menschen dem vor allem auch landschaftlich besonders attraktiven Marienwallfahrtsort einen Besuch abstatten werden. "Es ist jedenfalls eine verdiente Auszeichnung, da es sich um einen der bedeutsamsten Wallfahrtsorte im gesamten Bodenseeraum handelt", betonte der Landeshauptmann.

Die Diözese Feldkirch feiert heuer ihr 50-jähriges Bestehen. Aus Dank für die vergangenen 50 Jahre nahm Bischof Elbs den Festtag zum Anlass, um die Marienweihe der Diözese Feldkirch zu erneuern und damit das ganze Land unter den Schutz Mariens zu stellen.

Maria Bildstein ist seit fast 400 Jahren Ziel zahlreicher Pilger aus dem ganzen Bodenseeraum. Die Kirche in Bildstein geht auf eine Begebenheit im Herbst 1629 zurück. Damals soll den Kindern Martin und Hans Höfle eine weiß gekleidete Frau erschienen sein, die ihnen erzählte, ein Mann habe ihr versprochen, für ihr Abbild eine Kirche zu erbauen, wenn die Pest sein Haus verschone. Die Kinder berichteten ihrem Vater davon, der daraufhin erschrak, weil er jener Mann war. Er begann sofort mit den Vorbereitungen zum Kirchenbau, verstarb aber wenig später. Sein Sohn Martin stellte den Bau der Kirche fertig, diese wurde bald zum Ziel von marienverehrenden Wallfahrern.

Quelle: APA

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