Innenpolitik

Wiener Landessprecher für Verbleib der Jungen Grünen

Der Landessprecher der Wiener Grünen, Joachim Kovacs, hat sich am Montag für einen Verbleib der Jungen Grünen ausgesprochen - auch wenn diese teilweise "große Fehler" gemacht hätten. Der "Rausschmiss" aus der Partei sei aber ebenfalls ein solcher, zeigte er sich in einem Facebook-Posting bzw. in einem Gastkommentar in der Online-"Presse" überzeugt. Er plädierte für eine "Nachdenkpause".

Das Vorgehen der Jungen Grünen rechtfertige den Rauswurf nicht, kritisierte er den Beschluss des Bundesvorstands. "Menschen, die etwas tun, die etwas bewegen wollen, machen auch mal Fehler. Und die Jungen Grünen haben verdammt viel getan", verwies Kovacs auf die vergangenen Jahre, in denen die Teilorganisation unaufhaltsam gewachsen sei.

Gleichzeitig gestand er: "Wäre ich die GRAS, hätte ich mich auch angegriffen gefühlt. Das ist völlig klar." Die Partei hätte früher mit den Grünen Studierenden verhandeln müssen. Nun habe niemand wirklich gewonnen: "Weder die Grünen noch die, die sich eine nachhaltigere, solidarische Zukunft wünschen. Was für ein Bild geben wir nach außen ab?"

Auch die Kommunikation sei ein Desaster gewesen: "Wer jedoch nur diese kritisiert, verkennt die politische Tragweite dieser Fehlentscheidung." Kovacs gab zu bedenken, dass auch die SPÖ-Jugendorganisationen immer wieder mal gegeneinander gearbeitet hätten - man habe dort jedoch nie eine ausgeschlossen. "Wir hatten eine Jugendorganisation, um die uns andere Parteien beneiden müssen. Jetzt haben wir keine mehr", zeigte sich der Wiener Landessprecher in seinem Kommentar betrübt. Er forderte nun eine "Nachdenkpause". Es sei nun Zeit für Selbstreflexion, "aus der dann hoffentlich ein Plan der gegenseitigen Annäherung und Aussöhnung erfolgt".

Die Geschäftsführerin der Vorarlberger Grünen, Juliane Alton, bezeichnete am Montag den Ausschluss der "Jungen Grünen" als "wirklichen Verlust". Den Entschluss, der Jugendorganisation ein Ultimatum zu setzen, habe sie aber mitgetragen. "Ich habe keine andere Möglichkeit gesehen", sagte Alton gegenüber der APA.

In Bezug auf die von Bundessprecherin Flora Petrik vermissten moderierten Gespräche, versicherte Alton, diese habe es seit einem halben Jahr gegeben, und zwar mit der stellvertretenden Bundessprecherin Ingrid Felipe. Selbstkritik äußerte die Vorarlberger Grünen-Geschäftsführerin hinsichtlich einer der Ursache des Konflikts, dem von den Jungen Grünen immer wieder kritisierten Konsensprinzips bei Abstimmungen der GRAS: "Hier wäre es unsere Aufgabe, die Aufgabe der Partei gewesen, gemeinsam zu schauen, ob es eine Lösung gibt," räumte Alton ein. In punkto Vorarlberg zeigte sich Alton zuversichtlich. Die Vorarlberger Jungen Grünen haben eine eigene Rechtspersönlichkeit, die Kooperation laufe seit vielen Jahren sehr gut. An der Zusammenarbeit werde sich nichts ändern, die finanzielle Unterstützung der Landespartei bleibe aufrecht und auch die Büroräumlichkeiten könnten sie weiter nutzen.

Die Spitze der Tiroler Grünen gab sich am Montag hinsichtlich der Turbulenzen in der Bundespartei etwas zugeknöpft. LHStv. Ingrid Felipe, immer wieder als mögliche Nachfolgekandidatin Eva Glawischnigs gehandelt, ließ gegenüber der APA über ihren Sprecher ausrichten, dass sie bis auf weiteres keine Stellungnahme abgeben werde. Interne Angelegenheiten kommuniziere man sinnvollerweise intern und richte niemandem etwas über Medien aus. Landessprecher Hubert Weiler-Auer war für die APA nicht erreichbar.

Quelle: APA

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