Servus TV lebt weiter

Es gibt noch gute Nachrichten: Servus TV bleibt auf dem Schirm.

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Politik | Innen- & Außenpolitk Manfred Perterer

Konzern-Chef Dietrich Mateschitz hat nach einem klärenden Gespräch mit den Spitzen von Gewerkschaft und Arbeiterkammer das für alle überraschend angekündigte Ende seines Herzensprojektes wieder zurückgenommen. Die mit guten Fernsehkanälen ohnehin nicht verwöhnte österreichische Medienlandschaft kann aufatmen. Der Standort Salzburg ebenfalls. Die Mitarbeiter des Hauses und dutzender Zulieferfirmen erst Recht.

Den Gewerkschaftern, die sich in das erfolgreiche Red-Bull-Imperium hineindrängen wollten, werden die vergangenen 36 Stunden eine Lehre sein. Bei Servus TV handelt es sich nicht um ein Beispiel für ausbeuterischen Kapitalismus, der des Widerstands einer Arbeitnehmervertretung bedarf, sondern um ein privates, sozial geführtes Unternehmen, das von der Vision und vom Geld seines Eigentümers sowie dem Engagement und der Kompetenz seiner Mitarbeiter getragen wird. Und die wollen keinen Betriebsrat.

Dietrich Mateschitz könnte sein hart verdientes Geld auch anders ausgeben. Doch er verschiebt es nicht wie manch anderer Konzernherr ins Ausland, versteckt es nicht in Panama sondern versteuert es in Österreich und pumpt einen guten Teil davon in Projekte, die nicht auf Gewinn ausgelegt sind. Ob es jetzt in der Welt der Medien oder des Sports ist. Er ist der größte Donator, den Salzburg erlebt. Doch er macht darum nicht viel Aufhebens. Er lässt die Gesellschaft an seinem Erfolg teilhaben. Das ist beachtenswert und verdient Respekt.

Dass Mateschitz die aus Verärgerung entstandene und auf den ersten Blick kaum nachvollziehbare Kurzschlussreaktion vom Dienstag zurückgenommen hat, ist ein Zeichen von Größe. Dass die Gewerkschaft ihre Ambitionen, endlich im Red Bull Konzern mitmischen zu wollen, begraben hat, ist kein Scheitern sondern ein Zeichen von Realitätssinn und Klugheit.

Servus TV lebt also weiter. Die Herausforderungen für den Sender bleiben. Auf der einen Seite hohe Qualität zu liefern und gleichzeitig wirtschaftlich in ruhigere Gewässer zu kommen, ist eine Herkulesaufgabe. Denn Dietrich Mateschitz wird nicht für alle Zeiten jedes Jahr bis zu 100 Millionen Euro auf den Tisch des Hauses legen wollen und können.

Aufgerufen am 22.10.2019 um 03:10 auf https://www.sn.at/politik/servus-tv-lebt-weiter-1496692

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