Weltpolitik

Der D-Day brachte die Wende im Zweiten Weltkrieg

Die gewaltige Militäroperation vor 75 Jahren war der Auftakt zur Befreiung Frankreichs und Westeuropas von der Nazi-Herrschaft. Die Geschichte in Bildern.

Im Juni 1944 stapften US-Soldaten in das von den Nazis besetze Frankreich von einem Landungsboot aus.  SN/AP
Im Juni 1944 stapften US-Soldaten in das von den Nazis besetze Frankreich von einem Landungsboot aus.

Bei der Landung in der Normandie im Zweiten Weltkrieg boten die Alliierten die größte Armada der Kriegsgeschichte auf.

US-amerikanische Truppen strömen im Juni 1944 in Brixham, England, in die offenen Mündungen der Invasionsflotte. SN/AP
US-amerikanische Truppen strömen im Juni 1944 in Brixham, England, in die offenen Mündungen der Invasionsflotte.

3100 Landungsboote mit etwa 150.000 Soldaten machen sich auf den Weg nach Nordfrankreich, sie wurden von 1200 Kriegsschiffen und 1000 Flugzeugen geschützt. Zur Streitmacht der Alliierten am sogenannten D-Day gehörten vor allem US-Amerikaner, Briten, Kanadier, Polen und Franzosen. Die Deutschen hatten im betroffenen Küstenabschnitt nur etwa 50 000 Infanteristen und wenige Flugzeuge zur Verfügung. Weiter nördlich, wo das Landungsunternehmen irrtümlich erwartet wurde, war der Großteil der Divisionen des Westheeres stationiert.

Kriegsschiffe vor der Küste Frankreichs. SN/AP
Kriegsschiffe vor der Küste Frankreichs.

Der Ablauf der militärischen Ereignisse stelle sich inzwischen klar dar, resümiert der Vizedirektor des Deutschen Historischen Instituts in Paris, Stefan Martens. "Was aber viel weniger beachtet worden ist, ist das Leiden der Zivilbevölkerung", sagte der Historiker der Deutschen Presse-Agentur. So wurde die Hafenstadt Caen massiv von den Kämpfen getroffen.

Ein verwundeter Soldat bekommt eine Bluttransfusion. Der Mann überlebte.  SN/AP
Ein verwundeter Soldat bekommt eine Bluttransfusion. Der Mann überlebte.

Im Laufe der Zeit wird das Bild der Kriegsereignisse im Jahr 1944 differenzierter. Dabei kommen auch Tabuthemen zur Sprache. Martens nennt Gräueltaten als Beispiel: "Nicht nur die Deutschen haben keine Gefangenen gemacht, sondern teilweise eben auch die Amerikaner, Kanadier oder Engländer." Viele Menschen sind stattdessen getötet worden.

Ein deutscher Offizier wird nach der Befreiung von Paris von US-Soldaten abtransportiert. SN/AP
Ein deutscher Offizier wird nach der Befreiung von Paris von US-Soldaten abtransportiert.

Auf deutscher Seite habe es eine völlige Fehleinschätzung der eigenen Stärke gegeben, bilanziert Martens. "Es gab bei Adolf Hitler die Erwartung, man könne die Landung zurückschlagen und sich auf diese Weise wieder den Ereignissen an der Ostfront zuwenden." Das stellte sich als Illusion heraus, zumal die Alliierten im Rücken der deutschen Streitkräfte Eisenbahnverbindungen bombardierten und damit den Nachschub behinderten.

40 Jahre nach dem D-Day besuchte US-Präsident Ronald Reagan mit seiner Frau Nancy den amerikanischen Friedhof in der Normandie.  SN/AP
40 Jahre nach dem D-Day besuchte US-Präsident Ronald Reagan mit seiner Frau Nancy den amerikanischen Friedhof in der Normandie.

Der D-Day steht auch für Tod und unmenschliches Blutvergießen. Am Abend des D-Day registrierten die Alliierten Verluste von rund 12.000 Mann, darunter etwa 4400 Tote. Die Zahl der deutschen Verwundeten, Vermissten und Gefallenen wird auf 4000 bis 9000 Mann geschätzt. Im weiteren Verlauf der "Operation Overlord" sollen bis zur Eroberung von Paris im August 200.000 Deutsche und 70.000 Verbündete ums Leben gekommen sein. In der verwüsteten Normandie starben bis zu 20.000 Zivilisten.

Aufgerufen am 27.05.2022 um 07:12 auf https://www.sn.at/politik/weltpolitik/der-d-day-brachte-die-wende-im-zweiten-weltkrieg-71307538

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