Weltpolitik

Jemen am "Scheideweg zwischen Krieg und Frieden"

Trotz des Abzugs der Houthi-Rebellen von wichtigen Häfen im Jemen steht das Land nach Angaben des UNO-Vermittlers Martin Griffiths am "Scheideweg zwischen Krieg und Frieden". Die Übergabe der Häfen von Hodeidah, Salif und Ras Issa an die Küstenwache seien erst der Anfang, um das von den Konfliktparteien ausgehandelte Abkommen zu erfüllen, sagte Griffiths am Mittwoch vor dem UN-Sicherheitsrat.

UNO-Vermittler für den Jemen, Martin Griffiths SN/APA (AFP)/MANUEL ELIAS
UNO-Vermittler für den Jemen, Martin Griffiths

Auch wenn der Waffenstillstand in der Schlüsselstadt Hodeidah weitgehend stabil sei, so sei die Zunahme der Kämpfe in anderen Landesteilen alarmierend.

Im Jemen kämpfen die schiitischen Houthi-Rebellen gegen die international anerkannte Regierung des Jemens und eine mit ihr verbündete Militärkoalition unter Führung von Saudi-Arabien. Die Houthis haben seit 2014 große Teile des Nordjemens und die Hauptstadt Sanaa unter ihrer Kontrolle. Nach eigenen Angaben griffen die Houthis am Dienstag mit Drohnen eine zentrale Ölpipeline in Saudi-Arabien an.

Die zuletzt übergebenen Häfen, vor allem Hodeidah, sind für die Versorgung des Jemens von zentraler Bedeutung. Ein Großteil der Hilfsgüter und Nahrungsmittel für die Gebiete in den Händen der vom Iran unterstützten Houthis läuft über sie. Die jemenitische Regierung hatte den Abzug unter Überwachung der UNO kritisiert, weil sie nicht selbst beteiligt gewesen sei. Zudem gilt die Küstenwache der Region als Houthi-nah. Der schrittweise Rückzug der Konfliktparteien wurde bereits vor einem halben Jahr unter Vermittlung der UNO beschlossen.

Quelle: Apa/Dpa

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