Weltpolitik

Nationalisten nach Wahl im bosnischen Parlament in Führung

Einmal mehr haben bei den am Sonntag in Bosnien-Herzegowina abgehaltenen Wahlen die nationalistischen Parteien ihre Führungsposition bestätigt. Gemäß den ersten Wahlresultaten werden die bosniakische SDA, die kroatische HDZ und der serbische SNSD künftig im gesamtstaatlichen Parlament tonangebend sein.

Milorad Dodik: "Mein Sieg ist klar wie eine Träne" SN/APA (AFP)/MILAN RADULOVIC
Milorad Dodik: "Mein Sieg ist klar wie eine Träne"

Nach der Auszählung von 58,9 Prozent der Stimmen in der Bosniakisch-Kroatischen Föderation für das gesamtstaatliche Parlament teilte die staatliche Wahlkommission am Montag mit, dass die bosniakische SDA 25,31 Prozent der Stimmen erhalten habe, gefolgt von der kroatischen HDZ mit 18,23 Prozent der Stimmen. Die multiethnische SDP ist mit 13,93 Prozent der Stimmen an dritter Stelle.

In der Republika Srpska hat sich der SNSD von Milorad Dodik nach der Auszählung von 76 Prozent der Stimmen für das gesamtstaatliche Parlament 39,48 Prozent der Stimmen gesichert, gefolgt von der Serbischen Demokratischen Partei (SDS) mit 25,55 Prozent der Stimmen; die PDP von Mladen Ivanic blieb mit 12,31 Prozent der Stimmen an dritter Stelle.

Nach Angaben der Wahlkommission nach der Auszählung von 57 Prozent der Stimmen für das Föderationsparlament hat die SDA 25 Prozent der Stimmen, gefolgt von der HDZ mit 18 Prozent der Stimmen. Die SDP liegt mit 14 Prozent an dritter Stelle.

Die Wahlkommission teilte auch mit, dass die SNSD-Kandidatin für das Präsidentenamt in der Republika Srpska, Zeljka Cvijanovic, mit 47,67 Prozent der Stimmen vor dem Herausforderer Vukota Govedarica mit 42,63 Prozent in Führung liegen würde. Ausgezählt wurden Stimmen aus 1.760 von insgesamt 2.240 Wahllokalen.

Schon in der vergangenen Nacht teilte die Wahlkommission mit, dass die neuen Mitglieder des Staatspräsidiums der Bosniake Sefik Dzaferovic, der Kroate Zeljko Komsic und der Serbe Milorad Dodik sein werden.

In Zagreb ist man mit der Wahl von Zeljko Komsic zum kroatischen Mitglied des Staatspräsidiums von Bosnien-Herzegowina nicht zufrieden. Der kroatische Premier Andrej Plenkovic betonte am Montag, dass dies weder gut für die Kroaten noch für Bosnien-Herzegowina sei. Bozo Petrov aus der Oppositionspartei Brücke forderte, dass Komsic in Zagreb nicht als Vertreter der Kroaten empfangen werden dürfe.

Quelle: APA

Aufgerufen am 13.12.2018 um 09:05 auf https://www.sn.at/politik/weltpolitik/nationalisten-nach-wahl-im-bosnischen-parlament-in-fuehrung-41364424

Kommentare

Schlagzeilen