Weltpolitik

Papst lehnt Rücktritt von verurteiltem Kardinal ab

Papst Franziskus hat den Rücktritt des Erzbischofs von Lyon, der in Frankreich wegen Vertuschung von Missbrauch verurteilt wurde, aufgrund der Unschuldsvermutung abgelehnt. Kardinal Philippe Barbarin habe sich aber entschieden, sich für eine Zeit zurückzuziehen, und habe den Generalvikar mit der Leitung der Diözese beauftragt, erklärte Vatikan-Sprecher Alessandro Gisotti am Mittwoch in Rom.

Gisotti informierte über die Entscheidung des Pontifex SN/APA (AFP)/ALBERTO PIZZOLI
Gisotti informierte über die Entscheidung des Pontifex

Barbarin ist der höchste katholische Würdenträger Frankreichs. Vergangene Woche wurde er überraschend zu sechs Monaten Gefängnis auf Bewährung verurteilt, weil er Fälle sexueller Übergriffe auf Minderjährige nicht angezeigt habe. Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Er hatte daraufhin angekündigt, ein Rücktrittsgesuch beim Papst einzureichen. Am Montag hatte er Papst Franziskus zu einer Privataudienz getroffen. Der Vatikan hatte zunächst aber nicht weiter ausgeführt, was Ergebnis der Audienz war.

Kardinal Barbarin und anderen Geistlichen wurde in dem Verfahren vorgeworfen, Missbrauchsvorwürfe gegen einen Priester nicht weiter verfolgt zu haben. Dieser soll in den 1980er-Jahren Dutzende Kinder sexuell belästigt haben. Die Schuld des Priesters ist bisher nicht rechtskräftig festgestellt worden.

Quelle: Apa/Dpa

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