Weltpolitik

Rebellen noch immer nicht zu Jemen-Gesprächen aufgebrochen

Die Delegation der Rebellen ist noch immer nicht zu den geplanten Jemen-Gesprächen aufgebrochen, die an diesem Donnerstag in Genf beginnen sollten. Der arabische Nachrichtenkanal Al-Arabiya berichtete, eine von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition habe den Houthi-Rebellen eine entsprechende Flugerlaubnis erteilt, aber diese weigerten sich zu fliegen.

Laut Griffiths arbeite man an einer Lösung für die Reiseprobleme SN/APA (AFP)/FABRICE COFFRINI
Laut Griffiths arbeite man an einer Lösung für die Reiseprobleme

Das Bündnis kontrolliert den Luftraum über dem Jemen. Der Chef der Rebellen-Delegation, Mohammed Abdel Salam, sagte dagegen dem Houthi-nahen TV-Sender Al-Masirah, man habe gar kein Flugzeug, dem die Militärkoalition eine Flugerlaubnis geben könnte.

Quellen am Flughafen in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa berichteten der Deutschen Presse-Agentur, die Flugerlaubnis gelte für einen Jet der Vereinten Nationen, den die Houthis aber nicht in Anspruch nehmen wollten. Sie verlangten, mit einem omanischen Flugzeug zu fliegen, in dem sie Verwundete transportieren wollten und das nicht durchsucht werden dürfe. Diese Informationen wurden zunächst nicht von offizieller Seite, auch nicht von den Vereinten Nationen, bestätigt.

Eigentlich sollten am Donnerstag in der Schweiz die ersten Gespräche zwischen der Regierung und den Rebellen in dem Bürgerkriegsland seit zwei Jahren starten. UN-Vermittler Martin Griffiths hatte am Mittwoch gesagt, man arbeite an einer Lösung für die schon absehbaren Reiseprobleme der Aufständischen. Die Delegation der Regierung ist bereits eingetroffen.

Im Jemen kämpft die international anerkannte Regierung des Landes gegen die Rebellen, die weite Teile des Nordens und auch die Hauptstadt Sanaa kontrollieren. Ein von Saudi-Arabien geführtes Militärbündnis bombardiert Stellungen der Houthis aus der Luft. Für die Vereinten Nationen ist der Jemen "die schlimmste humanitäre Krise der Welt". 22 Millionen Menschen, drei Viertel der Bevölkerung, brauchen humanitäre Hilfe, sieben Millionen haben nicht genug zu essen.

Auch aufgrund der wirtschaftlichen Krise spitzt sich die humanitäre Krise noch weiter zu. Für Millionen Menschen seien Grundnahrungsmittel durch die Preiserhöhungen infolge des Verfalls der jemenitischen Währung nicht mehr leistbar, warnt die Hilfsorganisation NRC (Norwegian Refugee Council) am Donnerstag in einer Aussendung. Die Lebensmittelpreise hätten sich allein seit dem Wochenende verdoppelt, selbst ein Ei sei kaum noch bezahlbar, berichtete der Norwegische Flüchtlingsrat unter Berufung auf Berichte der Bevölkerung.

Quelle: Apa/Dpa

Aufgerufen am 25.08.2019 um 11:35 auf https://www.sn.at/politik/weltpolitik/rebellen-noch-immer-nicht-zu-jemen-gespraechen-aufgebrochen-39719542

Kommentare

Schlagzeilen