Weltpolitik

Salvini gegen Aufnahme von Frauen und Kindern von NGO-Schiff

Nachdem der italienische Vizepremier Luigi Di Maio die Bereitschaft der Regierung in Rom signalisiert hat, Frauen und Kinder an Bord von zwei NGO-Schiffen im Mittelmeer aufzunehmen, zeigt sich Innenminister Matteo Salvini hart. "Schluss mit Erpressungen. Weniger Abfahrten, weniger Todesopfer. Ich ändere meine Meinung nicht", so der Chef der rechten Lega auf Facebook.

Die Migranten befinden sich seit Tagen an Bord von NGO-Schiffen SN/APA (AFP)/OLMO CALVO
Die Migranten befinden sich seit Tagen an Bord von NGO-Schiffen

"Ein deutsches und ein niederländisches Schiff befinden sich in maltesischen Gewässern. Doch Italien sollte wieder einmal die Migranten an Bord aufnehmen. Italien hat bereits in den letzten Jahren eine Million Menschen aufgenommen. Der Menschenhandel muss gestoppt werden. Wer vor dem Krieg flüchtet, soll mit einem Flugzeug und nicht mit Booten in Italien eintreffen", so Salvini.

"Wir können den NGO-Schiffen Medikamente, Lebensmittel und Kleidung liefern, doch Schluss mit Erpressungen", erklärte Salvini. Unter der Leitung des Innenministers und Vizepremiers hat Italien einen scharfen Anti-Migrationskurs eingeschlagen. 2018 ist es bei den Migrantenankünften zu einem Rückgang von 80 Prozent bekommen.

Die "Sea-Watch 3" hatte am 22. Dezember 32 Flüchtlinge in internationalen Gewässern im Mittelmeer gerettet, darunter drei kleine Kinder, drei unbegleitete Jugendliche und vier Frauen. Das umgerüstete deutsche Forschungsschiff "Professor Albrecht Penck" der deutschen Flüchtlingshilfsorganisation Sea-Eye hatte am Samstag 17 weitere in Seenot geratene Flüchtlinge im Mittelmeer gerettet.

Die Niederlande erklärten sich am Mittwoch bereit, einen Teil der Flüchtlinge von der "Sea-Watch 3" aufzunehmen. Voraussetzung sei, dass auch andere EU-Staaten Flüchtlinge aufnehmen. Italien bekräftigte seine Absicht, keine Landung in seinen Häfen zuzulassen

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