Weltpolitik

Söder: "Wer Österreich genießen will, kann das auch in Bayern tun"

Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder wirbt angesichts der Corona-Grenzsperren um deutsche Österreich-Urlauber.

Söder mit Gesichtsmaske in den Landesfarben SN/APA (dpa)/Stefan Puchner
Söder mit Gesichtsmaske in den Landesfarben

"Für all diejenigen, die sich Österreich als Urlaubsort vorstellen können, kann ich dann einfach nur sagen: Bayern ist genauso schön", sagte der christlichsoziale Politiker am Donnerstagabend im ZDF. "Also wer Österreich genießen will, kann das auch in Bayern tun."

Söder hatte zuvor bereits bei einer Pressekonferenz mit der deutschen Kanzlerin Angela Merkel an Sommerurlauber aus nördlichen deutschen Bundesländern appelliert, nicht über die Staatsgrenze zu fahren. Er könne "jedem sagen, der nach Süden fährt: Man muss nicht nach Österreich fahren, man kann auch in Bayern Urlaub machen", sagte Söder. Die aus dem an der Ostsee gelegenen Mecklenburg-Vorpommern stammende Kanzlerin ergänzte: "Der Norden hat auch Super-Möglichkeiten."

Der CSU-Chef hatte bereits im Vorjahr im Transitstreit mit Tirol und Salzburg die Vorzüge bayerischer Ferienorte hervorgehoben. "Wenn die österreichischen Freunde sagen: 'Wir wollen keine bayerischen Autofahrer und Touristen bei uns', dann muss man das schweren Herzens respektieren. Zum Glück kann man im Allgäu, in Garmisch oder in Berchtesgaden genauso Skisport betreiben wie in Kitzbühel", sagte Söder im vergangenen Juli der dpa.

Deutschland verlängert Reisewarnung

Österreich hat jüngst eine bilaterale Vereinbarung mit Deutschland ins Spiel gebracht, um eine Grenzöffnung rechtzeitig vor der Sommerurlaubssaison zu ermöglichen. Deutschland scheint diesbezüglich eher auf der Bremse zu stehen, während Österreich einen Komplettausfall der zahlungskräftigen deutschen Urlauber vermeiden möchte. So sagte Merkel am Donnerstag bei der gemeinsamen Pressekonferenz mit Söder, dass "europäische Reisebewegungen" im Sommer derzeit noch kein Thema seien. Erst diese Woche hat Deutschland auch eine ursprünglich bis Anfang Mai befristete weltweite Reisewarnung für touristische Reisen bis Mitte Juni verlängert. Die Hoffnung, dass deutsche Gäste zumindest ihren Sommerurlaub in Österreich verbringen dürfen, besteht bei heimischen Hoteliers noch. Gäste aus dem Nachbarland buchen 40 Prozent der Nächtigungen.

Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) hatte am Mittwoch noch für eine baldige Grenzöffnung plädiert. Ziel müsse auch sein, die Freiheit zurückzugewinnen. "Dazu gehört, dass man in Ländern, die sicher sind, frei reisen kann", sagte er. Seien die Ansteckungszahlen in Bayern, Salzburg und Tirol niedrig, dürfe es keinen Unterschied machen, in welche Region man fahre. Er sei optimistisch, dass entsprechende Schritte "in den nächsten Wochen" möglich seien.

Quelle: APA

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