Slowenien

Ljubljana: Mit Kavalier und Boot durch die grüne Hauptstadt

Die slowenische Hauptstadt Ljubljana (Laibach) darf sich heuer aus gutem Grund "grüne Hauptstadt Europas" nennen. 8 Insider-Tipps für Ihren nächsten Städtetrip:

1. Altstadt-Tour mit Boot.

 SN/claudius rajchl
Der Fluss Ljubljanica fließt mitten durch die Altstadt Ljubljanas, und das verleiht der slowenischen Hauptstadt ihr besonders relaxtes Flair. Besonders romantisch ist eine Fahrt mit dem Holzboot "Ljubljanica". Kapitän Dušan Krulc führt mich damit gemächlich durch die Stadt und zu urigen grünen Gefilden am Rand des Zentrums. Bei der etwa einstündigen Tour bekommt man die wichtigsten Highlights der Stadt (z. B. Drei Brücken von der Wasser-Perspektive aus zu sehen. Es gibt auch Romantik-Bootfahrten mit Catering.
www.barka-ljubljanica.si
2. Mit dem Elektro-Kavalier durchs "grüne" Ljubljana.
Die ganze Altstadt ist autofrei. Radfahrer und Fußgänger dominieren - und ein elektrisch betriebener "Kavalier", der müde Beine an ihr Ziel bringt. Das ist eine von vielen Maßnahmen, die Ljubljana zum Vorbild nachhaltiger Städteorganisation gemacht hat. Auch für Touristen bemerkbar ist etwa das zentrale Mülltrennungs-System: Überall in der Altstadt sieht man Container für Glas, Papier, Restmüll. Im Jahr der "Grünen Hauptstadt" wird außerdem ein umfangreiches Programm an Veranstaltungen und Themenführungen geboten.
Details auf www.visitljubljana.com
3. Bester Ausblick auf die Burg.
 SN/claudius rajchl
Bei einer kulinarischen Tour durch die Stadt hat mir Guide Karmen ein Café im ältesten Hochhaus Ljubljanas gezeigt: Vom 12. Stock des Nebotičnik ("Wolkenkratzer") hat man einen tollen Ausblick auf die Burg - dazu gibt's Kaffee und Štrukli, slowenischen Topfenstrudel.
www.neboticnik.si
4. Mit Rad oder Segway-Roller auf den Spuren eines Architektur-Genies.
Das Tourismusamt in Ljubljana bietet geführte Rad- und Segwaytouren an, die mich auch zu weniger bekannten Plätzen geführt haben. Besonders interessant: die Radtour auf den Spuren des Architekten Jože Plečnik. Er ist quasi der slowenische "Nationalheilige" unter den Architekten - unzählige Gebäude in Laibach aus den 1920er Jahren stammen aus der Feder des Otto-Wagner-Schülers. Dass der Architekt eine Vorliebe für Pyramiden hatte, zeigt sich an einigen seiner Brücken. Seit kurzem ist auch sein renoviertes Wohnhaus am Rand der Altstadt zu besichtigen, in dem auch eine interessante Ausstellung über sein Wirken untergebracht ist.
5. Katzen-Café


Ein kurioses Café habe ich auf meiner Radtour in der Hrenova ulica entdeckt: Cat Caffe. Die wahren Chef sind dort die acht Katzen des Besitzers, die sich im Lokal breit machen. Das Café ist zu 100 Prozent katzengerecht ausgestattet, einzig die Küche ist Tabu. Nichts für Allergiker.
catcaffeljubljana.com
6. Zeitreise auf der Burg.
Drei gute Gründe gibt es, die mittelalterliche Burg über der Stadt zu besuchen: 1. Die imposante Mischung aus Original-Architektur und mutig-moderner Inszenierung mit Glas und Metall. 2. Das hervorragende Essen in zwei Burgrestaurants und 3. die "Time Machine", eine kurzweilige theatralische Zeitreise, bei der Römer, Habsburger, Napoleon und ein unbeugsamer Bürgermeister auftauchen.
www.ljubljanskigrad.si
7. Schlafen im Gefängnis

Die wohl kurioseste Hoteladresse ist die Herberge "Celica", einst Gefängnis für politische Häftlinge. Aus den Zellen, in denen einst bis zu 14 Insassen zusammengepfercht wurden, sind vergleichsweise überaus gemütliche Ein- und Zwei-Bettzimmer entstanden. Hell und gemütlich eingerichtet, nur die Zellentüren und das Kellerverlies erinnern an die dunkle Vergangenheit. Neben dem Gefängnis hat sich ein alternatives Kulturzentrum etabliert - mit imposanten Graffitis und Streetart-Projekten.
www.hostelcelica.com
www.metelkovamesto.org
8. In die Berge zum "Busen-Käse" der Hirten.
Wer etwas länger Zeit hat, dem empfehle ich einen Abstecher in die unbekannte Gourmet-Region Kamnik, ca. 25 km nördlich von Ljubljana. Eine Seilbahn führt von dem mittelalterlichen Städtchen auf die Hochebene Velika Planina zur größten Alm Sloweniens. Das Gebiet ist nicht nur ein schönes Wanderrevier, man kann hier auch ein restauriertes Hirtendorf besuchen. Traditionell gewandete Hirten zeigen dort im Sommer, wie einst in der Einsamkeit "Busen-Käse" für die Liebste daheim geschnitzt wurde - mit Salz haltbar gemacht, geformt als weibliche Brust und mit Ornamenten verziert. Ein kurioses Geschenk der Liebe. Im Wirtshaus Repnik habe ich dann nicht nur den Busen-Käse fein verkostet, sondern auch allerlei regionale Spezialitäten aus der Region.
www.velikaplanina.si, www.gostilna-repnik.si
Weitere Kulinarik-Tipps & das Kochrezept "Geschmorte Ochsenwangen" von einem Top-Koch aus Ljubljana finden Sie hier!

BASIS-INFOS
ANREISE
Pkw Salzburg-Ljubljana via A 10 und A 2 über Villach nach Ljubljana, 290 km., ca. 3 Stunden Fahrzeit
Bahn: EuroCity Salzburg Hbf-Ljubljana, Fahrzeit 4:20, www.oebb.at
LJUBJLANA-CARD bietet kostenlose Fahrten mit städtischen Bussen, Eintritte in mehr als 15 Sehenswürdigkeiten, Gratis-WLAN, Gratis-Leihrad u.v.m. - Preis: 24 Stunden ab 20,70 € (bei Internet-Bestellung), 48 Stunden ab 27 €.
Details: www.visitljubljana.com/de/ljubljana-card
HOTEL-TIPP
Ljubljana hat eine Reihe von schönen 4*-Hotels in restaurierten Bürgerhäusern - z. B. das Antiq Palace Hotel & Spa in einer Villa aus dem 16. Jh. ist so eine feine Adresse. www.antiqpalace.com
Weitere Infos: Slowenisches Tourismusbüro in Wien
Tel. 01/ 715 40 10,
slowenien.at@slovenia.info
www.slovenia.info, www.visitljubljana.com
Quelle: SN

Aufgerufen am 22.07.2018 um 12:58 auf https://www.sn.at/rajchl-reist/ljubljana-mit-kavalier-und-boot-durch-die-gruene-hauptstadt-1574689

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