Chronik

1095 - Salzburgs Sieben-Tage-Inzidenz erreicht einen neuen Höchstwert

1487 Corona-Neuinfektionen bedeuten in Salzburg einen neuen Spitzenwert, der auch auf viele Nachmeldungen durch vorangegangene technische Probleme zurückzuführen ist. Dennoch: Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt auf 1095 an, 171 Covidpatienten liegen im Spital, davon 21 auf der Intensivstation. Bisher sind 636 Personen insgesamt verstorben.

Symbolbild. SN/APA/BARBARA GINDL
Symbolbild.

Gernot Filipp, Leiter der Landesstatistik, sagte am Donnerstag: "Es gab in den vergangenen Tagen Probleme in den Laboren und daher auch viele Nachmeldungen. Das erklärt die Zahl der Neuinfektionen von 1487. Doch auch der Blick auf die Sieben-Tage-Inzidenz zeigt, dass die Situation in Salzburg derzeit sehr schwierig ist. 1095 Neuinfektionen gerechnet auf 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen ist trauriger Rekord (Stand 11. November 2021, 8.30 Uhr; Anm.). Seit Beginn der Pandemie ging dieser Wert bisher nie über 940, im vergangenen Herbst lag das Maximum bei 750."

Dass die Infektionszahlen - trotz Impfungen - aktuell höher liegen als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, räumt auch Rainer Pusch, Impfkoordinator des Landes, ein. Er sagt: "Ich verstehe, dass diese Tatsache von vielen Skeptikern als Vorwand genommen wird, die Wirkung der Impfung anzuzweifeln. Sie liegen falsch. Ja, es infizieren sich auch geimpfte Personen. Ja, einige von ihnen müssen im Spital behandelt werden. Fakt ist, dass die meisten geimpften Menschen vor schwerem Krankheitsverlauf und Tod geschützt sind. Der Impfschutz lässt aber mit der Zeit nach, das haben uns die vergangenen Monate gezeigt. Daher ist es ganz wesentlich, dass sich alle, die sich bis Mitte Juni haben schützen lassen, noch vor Weihnachten zur Auffrischung gehen."

Mediziner und Statistiker sind sich einig: Die Coronaimpfung wirkt. Gernot Filipp dazu: "Wir haben jetzt eine weitaus höhere Infektionswelle als im Herbst 2020. Aber: Die Inzidenzen bei der älteren Bevölkerung sind niedriger als damals. Und genau in dieser Gruppe gibt es die höchste Durchimpfungsrate, der Zusammenhang ist eindeutig", so Filipp.

Und auch bei den Todesfällen sieht Filipp einen markanten Unterschied: "Im vergangenen Herbst hatten wir im November 132 Todesfälle, im Dezember 149. Vor allem aus den Seniorenwohnhäusern gab es viele traurige Nachrichten. Heuer gibt es im November bisher acht Todesfälle, und wir wünschen uns alle, dass diese Kurve nicht noch steigt, weil die ältere Bevölkerung ihre Auffrischungsimpfung schon bekommen hat."

Situation in den Spitälern

Laut Landesstatistik beträgt das Durchschnittsalter der Covidpatienten auf den Intensivstationen 65 Jahre. 79 Prozent auf der Normalstation und 65 Prozent auf der Intensivstation sind über 65 Jahre alt. Der Anteil der Vollimmunisierten auf der Normalstation ist 52,5 Prozent, auf der Intensivstation 32 Prozent (Stand 10. November 2021). "Das ist für uns Mediziner der Beleg, dass wir mit der Auffrischungsimpfung schnell sein müssen, und das sind wir. In Salzburg gibt es Tausende Möglichkeiten, sich impfen zu lassen. Und ich wiederhole mich: Alle, die bis Mitte Juni geimpft worden sind, sollten ihren Schutz vor Weihnachten auffrischen lassen", sagt Rainer Pusch.

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