Chronik

"40 Kilo Captagon in die Pizzeria gebracht": Vater belastet Sohn im großen Salzburger Drogenprozess

Nach schon fast dreimonatigem Prozess geschah am Montag im Salzburger Großverfahren gegen 14 Angeklagte wegen mutmaßlichen Handels mit 13,8 Millionen Captagonpillen (Nettogewicht: 2,5 Tonnen) doch eher Unerwartetes.

Das Captagon wurde laut Anklage in Pizzaöfen oder Wäschetrocknern eingebaut und die besagten Geräte dann nach Saudi-Arabien zum Verkauf verschickt.  SN/lpd salzburg
Das Captagon wurde laut Anklage in Pizzaöfen oder Wäschetrocknern eingebaut und die besagten Geräte dann nach Saudi-Arabien zum Verkauf verschickt.

Der 55-jährige Erstangeklagte im Prozess, laut der Staatsanwältin der "Österreich-Chef" der mutmaßlichen Drogenbande, belastete nämlich just seinen zweitangeklagten 29-jährigen Sohn. Letztgenannter betrieb bekanntlich im Flachgau eine Pizzeria, in der, so die Anklage, das aus dem Libanon eingeschmuggelte Captagon (Wirkstoff: Amphetamin) umverpackt wurde, ehe man die Drogen zum gewinnbringenden Verkauf nach Saudi-Arabien verschickte.

"Mein Sohn hat mir im April 2018 erzählt, dass er mit dem späteren Kronzeugen der Anklage ungefähr so 40 Kilo Captagon zur Pizzeria gebracht hat. Die Tabletten wurden dann in der Pizzeria unter einer Stiege vergraben", so der 55-Jährige nun am Montag. Nachsatz des Erstangeklagten, der beteuerte, selbst in keine Drogengeschäft involviert gewesen zu sein: "Insgesamt 95 Prozent aller Aussagen des Kronzeugen sind aber Lügen. Nur fünf Prozent von dem was er sagt, stimmt."

Aufgerufen am 27.05.2022 um 02:31 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/40-kilo-captagon-in-die-pizzeria-gebracht-vater-belastet-sohn-im-grossen-salzburger-drogenprozess-118091779

Schlagzeilen