Chronik

Arbeiterkammer warnt vor Abzocke beim Schlüsseldienst

Wer in seiner Verzweiflung über das Internet einen Schlüsseldienst sucht, kann bei Betrügern landen. Ein Salzburger wartete fünf Stunden lang vergeblich im Regen. Ein Rechnung bekam er trotzdem.

Wenn es schiefgeht, dann gleich ordentlich: Ulrich Zauner (Name geändert, der Redaktion bekannt) will an einem sehr verregneten Tag im Mai nur kurz mit dem Hund raus, aber unglücklicherweise fällt ihm die Tür ins Schloss und er ist ausgesperrt. Seine Frau Melanie ist an diesem Tag dienstlich in Wien. "Also stehen der Hund und ich im Freien, ohne Jacke, ohne Schlüssel, ohne Handy und es schüttet wie aus Kübeln", berichtet er.

Gott sei Dank gibt es einen freundlichen Nachbarn, der über sein Handy "Schlüsseldienst Salzburg" sucht. Es erscheinen mehrere Suchergebnisse, die erste Nummer wird angerufen. "Am Telefon war eine Dame, die sagte, es komme gleich jemand. Als aber nach 30, 40 Minuten noch niemand da war, riefen wir wieder an." Da hieß es, ein polizeilicher Auftrag wäre vorzuziehen gewesen, aber sobald der erledigt wäre, käme sofort der Techniker - was nicht geschah. Eine weitere Stunde später wieder dasselbe Spiel, Anruf, Vertröstung, warten im strömenden Regen im Garten, kein Techniker. "Ich habe dann noch ein paar Mal angerufen, irgendwann ging gar niemand mehr ans Telefon, bis ich zum Schluss, nach insgesamt fünf Stunden, entnervt aufgab und den Auftrag absagte. Eine halbe Stunde später kam glücklicherweise meine Frau nach Hause. Wir ärgerten uns zwar sehr, vergaßen das Ganze aber dann wieder, weil ohnehin niemand mehr auftauchte."

Kein Techniker, dafür Rechnung nach vier Monaten

Nicht vergessen hat die Sache offenbar die damals beauftragte Firma "DHE GmbH" in Regensburg. Im September flatterte eine Rechnung über 200 Euro ins Haus. Begründung: Der Techniker sei bei Stornierung des Auftrags bereits unterwegs gewesen. "Ich habe mich sehr geärgert und die Konsumentenberatung angerufen. Die empfahl, die Rechnung nicht zu bezahlen, was wir auch nicht machten. Aber zwei Wochen darauf kam sofort eine Mahnung", empört sich Melanie Zauner.

Konsumentenschützerin Claudia Pohl von der Arbeiterkammer kennt derartige Fälle zuhauf. Etwa zwei Mal pro Woche rufen Betroffene bei ihr an. "Insbesondere die Firma DHE ist uns sehr gut bekannt und vor allem, dass später per Inkassobüro versucht wird, den Rechnungsbetrag einzutreiben. Wir raten, nicht zu zahlen, sondern zu uns in die Beratung zu kommen."

Dass Konsumenten in einer Ausnahmesituation die erstbeste Telefonnummer anrufen, sei verständlich. "Ich rate aber dazu, lieber doch einen heimischen Anbieter ausfindig zu machen. Denn der ist vor Ort, kommt meist tatsächlich rasch und bringt seriöse Leistung", so die Konsumentenschützerin. Bei Internetfirmen ist es ratsam, im Impressum nach der Adresse zu suchen. Ist der Firmensitz nicht in Salzburg, ist Vorsicht geboten. Manche Firmen würden zwar kommen, aber oftmals mehr kaputt machen, als sie eine Hilfe wären. "Sehr beliebt ist auch, einen weit überhöhten Betrag und noch dazu gleich in Barzahlung zu verlangen. Seriöse Firmen machen das nicht, sie senden eine Rechnung."

Aufgerufen am 20.03.2019 um 11:11 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/arbeiterkammer-warnt-vor-abzocke-beim-schluesseldienst-19729423

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