Chronik

Auf dem Weg zurück an die Weltspitze

Wie es sich anfühlt, am Ende der Saison in den Top-10 einer Spezialdisziplin zu sein, weiß Otmar Striedinger genau. Jetzt will er dorthin zurück.

Es ist zum Haare raufen. Nach starken Trainingszeiten mit Bestzeit zur Abfahrt in Beaver Creek fehlten im Rennen Kleinigkeiten für einen Spitzenplatz in den Top 10: "Ich weiß, dass ich schnell bin. Speed und Material stimmen. Wenn alles aufgeht, kann der Sprung nach vorn schnell gehen. Es braucht Geduld und Durchhaltevermögen. Den Glauben an sich selbst darf man nie verlieren", sagt der 27-Jährige.

Nach starken Saisonen in den Jahren 2013/14 und 2014/15 erreichte er vor allem in den letzten beiden Jahren die Talsohle. "Materialwechsel und Verletzungen haben mich zurück geworfen. In der Feinabstimmung müssen alle Schrauben an der richtigen Stelle sein. Es hilft nichts, in der Vergangenheit festzustecken. Es kommen immer neue Chancen. Der Blick ist nach vorn gerichtet", sagt der gebürtige Liesertaler.

Mit seinem neuen Ausrüster Salomon kommt er in der aktuellen Saison immer besser in Fahrt. Bestes Saisonergebnis war Platz 16 bei der Abfahrt in Bormio. "Ich hatte eine Top-Vorbereitung auf die Saison mit guten Trainingseinheiten. Ich bin wieder fit. Schwierig ist es, wenn man übermotiviert in ein Rennen geht. Weniger ist oftmals mehr."

Mit täglichem Kraft- und Skitraining hält sich der mittlerweile im Lungau sesshafte Rennläufer zwischen den Rennwochenenden fit. So kann es schon sein, dass er zeitig in der Früh seine Schwünge am Aineck talabwärts zieht: "Skitraining ist das beste Kondi-Training."

Und wie bereitet man sich auf die pickelharten und eisglatten Abfahrtsstrecken im Weltcup vor? "In den ersten Trainingsläufen zeige ich immer Respekt. Speziell in Bormio, wo die Strecke einem Eislaufplatz gleicht. Man tastet sich heran. Wenn aber das Startsignal piepst, ist man in seiner eigenen Welt."

Am Wochenende macht der Weltcup-Zirkus der Herren Station in Wengen. Im Hanek-Schuss - der schnellsten Passage im Weltcup - erreichen die Abfahrer bis zu 160 km/h. "Wenn man dagegen hält, wirken die mehreren G-Kräfte in jeder Kurve auf dich."

Eine Woche später, am 26. Jänner, steht die Streif-Abfahrt in Kitzbühel auf dem Programm: "Ich fahre mit einer Freude und gern nach Kitzbühel. Es ist der emotionale Saisonhöhepunkt. Die Streif kommt medial gut an und Massen von Zuschauern sind vor Ort. Die Atmosphäre im Zielraum, wenn man abschwingt, ist mit nichts anderem im Weltcup zu vergleichen."

Für Aufsehen und ordentliche Stimmung sorgt auch der Oti-Striedinger-Fanclub. Knapp 100 Personen begleiteten ihn nach Gröden. "Es freut mich, wie skibegeistert alle sind. Ich habe gelernt, die Euphorie zu genießen. Es beflügelt mich und motiviert mich zusätzlich." Dankbar ist Striedinger auch über die Unterstützung seiner Sponsoren. Allen voran von seinem Kopfsponsor, der Firma Hasslacher.

Wie lautet das Saisonziel? "Ich möchte in Super G und Abfahrt in den Top 25 sein, damit ich beim Finale in Soldeu/Andorra dabei sein kann."

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Schöne Heimat

Karnereck - Karnersee - Karneralm

Von Christa Kramer
21. August 2019
und eine Wiese aus Erika

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