Chronik

Bei vier Tieren in Salzburg wurde Hasenpest nachgewiesen - Krankheit ist auch auf Menschen übertragbar

Drei Feldhasen im Pongau und einer in der Stadt Salzburg verendeten aufgrund der Infektionskrankheit. Jäger und Metzger treffen Schutzmaßnahmen.

Die Feldhasen stecken sich gegenseitig an. Aber auch Menschen sind gefährdet. SN/APA/dpa/Boris Roessler
Die Feldhasen stecken sich gegenseitig an. Aber auch Menschen sind gefährdet.

In den vergangenen Tagen sind in Salzburg insgesamt vier Feldhasen nachweislich an der Hasenpest verendet, es gibt außerdem Verdachtsfälle. Bei zwei Tieren in Werfen, einem in Werfenweng und einem im Süden der Stadt Salzburg wurde die Infektionskrankheit nachgewiesen. "Das ist für Salzburg eine relativ hohe Anzahl. Die Erkrankung ist 2018 zum ersten Mal bei uns aufgetreten und wurde nun erstmals auch in den Gebirgsgauen bestätigt", sagt Landesveterinärdirektor Josef Schöchl.

Warum es derzeit zu gehäuften Fällen kommt, ist noch unklar. Die Hasenpest ist auch auf den Menschen übertragbar. "Bei Menschen kann diese Infektionskrankheit sehr gravierende Auswirkungen haben. Deshalb ist größte Vorsicht beim Umgang mit Feldhasen geboten", betont Schöchl.

Atemschutzmaske und Handschuhe schützen

Die Übertragung auf den Menschen erfolge durch kleine Hautwunden, bestätigt Landesveterinärdirektor Schöchl: "Wenn man das Tier berührt oder ein Jäger es ausnimmt, dann können die Bakterien über kleine Schnittwunden auf den menschlichen Körper übergehen." Man könne sich allerdings auch über die Atemwege anstecken. Eine Übertragung über die Augenschleimhaut kann erfolgen, wenn man sich nach Tierkontakt mit den Fingern beispielsweise die Augen reibt. Gründliches Händewaschen sollte man daher nicht vergessen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist bisher nicht bekannt. Landesveterinärdirektor Schöchl rät daher: "Handschuhe und Atemschutzmaske tragen, Hände waschen!"

Übertragen werden die Bakterien durch Schmierinfektion vor allem unter Hasen selbst. "Infizierte Tiere verlieren das Fluchtverhalten und werden apathisch, sie verenden innerhalb von sieben bis zehn Tagen", erklärt Schöchl. Eine Impfung oder Bekämpfung gebe es nicht, die Seuche verebbe, wenn mehr Tiere verenden und es dadurch zur Ausdünnung der Population und nicht mehr zur Übertragung kommt.

Quelle: SN

Aufgerufen am 26.11.2020 um 07:47 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/bei-vier-tieren-in-salzburg-wurde-hasenpest-nachgewiesen-krankheit-ist-auch-auf-menschen-uebertragbar-86018431

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