Chronik

Beliebte Radiosender gestrichen: Salzburg AG verärgert Kabel-TV-Kunden

Beim Kabel-TV hat die Salzburg AG offenbar ohne Vorinformation die Radiofrequenzen geändert und gleichzeitig Radiosender aus dem UKW-Programm gestrichen. SN-Leserinnen und -Leser machen ihrem Ärger in Leserbriefen Luft.

Salzburg-AG-Kunden müssen beim Radio nachstellen.  SN/pixabay
Salzburg-AG-Kunden müssen beim Radio nachstellen.

"Ohne die Kunden vorab zu informieren, werden 20 UKW-Sender aus dem Netz genommen. Bei der Hotline zeigte man sich über meine Beschwerde überrascht", schreibt ein SN-Leser. Sein kritisches Mail mag hier stellvertretend für andere ähnliche Leserbriefe stehen.

Die Salzburg AG hat die Frequenzen der Radiosender im UKW-Band "aufgrund technischer Anpassungen" geändert, wie auf der Homepage zu lesen ist. Dies mache die Durchführung eines Sendersuchlaufes auf den Empfangsgeräten nötig.

Gestrichen wurden demnach folgende Sender: Antenne Bayern, BR Klassik, B5 Aktuell, Bayern 1 (übrigens das meistgehörte deutsche Radioprogramm), Bayern 2, BR Heimat, ERF Plus, Klassik Radio, Ö2 Tirol, Ö2 Kärnten (außer im Lungau), Radio Italia SMI, RTL Radio, Radio Salzkammergut, Radio Grün Weiß, SRF 4, sunshine Live, Swiss Jazz, Swiss Pop, SWR3 und WDR2 Klassik.

Unter den verbliebenen Sendern für die CableLink-Kunden sind neben den klassischen österreichischen Radiosendern Ö1, Ö 2 (Salzburg, Oberösterreich, Kärnten, Steiermark), Krone HitR@dio, FM4, Antenne Salzburg, Welle 1, Radio Alpina, Radiofabrik, Radio Stephansdom, Radio Horeb, Radio Maria, Bayern 3 und die Bayernwelle Süd-Ost. Allerdings wurden alle Frequenzen auf die Plätze über 100 UKW verschoben.

Radiosender müssen schnellerem Internet weichen

Die Sprecherin der Salzburg AG, Daniela Kinz, nennt als Grund für die UKW-"Anpassung" die "Breitbandstrategie des Landes Salzburg, die in Kooperation mit der Salzburg AG umgesetzt wird, für eine flächendeckende Vollversorgung mit ultraschnellem Internet". Da das Internet und TV-Angebot regelmäßig erweitert werde, stünden für die UKW-Radiosender weniger Kabel-Ressourcen zur Verfügung. Zum aktuellen CableLink-TV-Angebot gehören nach Information der Salzburg AG 64 Radiosender, die unverändert am TV-Gerät abgespielt werden können (Sendeplätze 501 bis 564).

Radio Stephansdom statt Salzkammergut Radio

Wie wurden die Radiosender ausgewählt, die im UKW-Format erhalten geblieben sind? Einige SN-Leserbriefschreiber verstehen nicht, warum Bayern Klassik oder Swiss Jazz weg sind, im Gegenzug mit Radio Maria, Radio Horeb und Radio Stephansdom gleich mehrere religiöse Sender im Angebot blieben. "Beschränkt sich Ihr Kulturbedarf nur auf Pop- und kirchliche Sender?", so die Frage eines SN-Lesers aus dem Pinzgau an die Salzburg AG. Salzburg-AG-Sprecherin Kinz meint dazu, die Sender seien auf Basis der Hörerreichweiten-Studie festgelgt worden, also jene, die von den Kunden am meisten genutzt würden. "Die Abschaltung der anderen Radiosender betrifft nur das UKW-Format, alle ehemals per UKW verfügbaren Radiosender stehen den Kunden weiterhin für den Empfang über ein Fernsehgerät oder ein geeignetes Empfangsgerät zur Verfügung."

Die Salzburg AG bietet kostenloses Empfangsgerät an

Zur nicht zeitgerechten Info für CableLink-Kunden heißt es seitens der Salzburg AG, "viele der Kunden wurden im Vorfeld gemeinsam mit unserem HD-Extra-Angebot in Mailings und einer Aussendung informiert. Leider gab es einige Fälle, bei denen sich die Abschaltung mit der Information überschnitten hat. Das bedauern wir sehr." Das Unternehmen bietet jenen, die nur ein analoges Radiogerät haben, kostenlos ein Empfangsgerät an.


Quelle: SN

Aufgerufen am 24.11.2020 um 04:32 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/beliebte-radiosender-gestrichen-salzburg-ag-veraergert-kabel-tv-kunden-62294836

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