Chronik

Bruck: Drama um vermissten Vierjährigen in Salzach - Retter setzen Suche fort

In Bruck an der Großglocknerstraße hat am Montag gegen 8 Uhr in der Salzach die neuerliche Suche nach einem vierjährigen Buben begonnen, der seit Samstagnachmittag vermisst wird. Das Kind wollte sich am Abfluss des Zeller Sees die Füße abkühlen und wurde dabei von der Strömung mitgerissen und in die Salzach geschwemmt. Sein Bruder wollte ihn retten - er wurde ebenfalls mitgerissen, konnte aber von zwei Passanten geborgen werden.

Am Tag nach einem tragischen Vorfall herrscht Fassungslosigkeit in der Gemeinde Bruck an der Glocknerstraße. Alle seien tief betroffen, sagt Bürgermeisterin Barbara Huber (ÖVP). "Das geht so hautnah." Am Sonntag suchten 90 Einsatzkräfte nach jenem vierjährigen Buben, der am Tag zuvor vom Zulauf des Zeller Sees in die Salzach gerissen worden war.

Der Bub hatte mit seinem siebenjährigen großen Bruder und zwei weiteren Kindern auf einer Schotterbank beim sogenannten Seekanal gespielt. Der Vierjährige hatte sich die Füße in dem seichten Wasser abkühlen wollen. Er stieg in das Wasser und wurde von der Strömung mitgerissen. Sein Bruder sprang ihm sofort hinterher und wurde ebenfalls von der Strömung in die Salzach getrieben.

Zwei Kellner von nahen Gasthäusern, deren Gastgärten in Richtung Salzach blicken, sahen den Siebenjährigen im Wasser treiben. Ein 23-jähriger Syrer und ein 30-jähriger Mann aus Ungarn konnten den Buben aus dem Wasser ziehen. Er war durchnässt und schockiert, aber unverletzt. Der Vierjährige war nicht mehr zu sehen.

Die Einsatzkräfte wurden um 15.30 Uhr alarmiert, sofort lief ein Großeinsatz zur Rettung des vermissten vierjährigen Buben an. Wasserrettung, Polizeistreifen, Hubschrauber mit Wärmebildkamera und Hundestaffeln suchten nach dem Kind. 150 Einsatzkräfte waren an dem Einsatz beteiligt.

Die Familie der Buben, die aus der Gegend stammt, wurde vom Kriseninterventionsteam des Roten Kreuzes betreut.

Bis zum Einbruch der Dunkelheit wurde die Suche von Polizei- und Rettungshubschrauber begleitet. Auch in der Nacht waren die Kräfte im Einsatz. Die Taucher der Wasserrettung waren mit Sonar auf der Salzach unterwegs, um den Buben zu finden.

Nächtliche Gewitter hätten den Einsatz erschwert, sagt Markus Gewolf von der Wasserrettung. "Die Salzach ist durch die Gewitter trüb, die Taucher sehen gar nichts. Was wir machen, ist eine reine Tasterei." Auch die Strömung sei durch die Gewitter stärker geworden.

Das Suchgebiet beträgt knapp fünf Kilometer, und reicht von der Unglücksstelle bis zum Kraftwerk Bruck. "In den Flusskurven sind immer wieder große Steine, dort suchen wir genauer." Die Einsatztaucher aus der Gegend wurden am Sonntag noch von Kollegen aus dem Flachgau unterstützt. Bis zum frühen Abend lief die Suchaktion, am Montag ab 8 Uhr früh werde man weitersuchen.

Die Einsatzkräfte würden schier Unmögliches leisten, sagt Bürgermeisterin Barbara Huber, die am Sonntag selbst an der Unglücksstelle war. "Jeder passt auf den anderen auf." Man wolle den Buben schnell finden, damit die Familie Klarheit habe. "Unsere Gedanken sind bei ihnen."

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