Chronik

Dachboden als "neuer Meilenstein" für das Keltenmuseum

Nach mehr als 40 Jahren Diskussion könnte der Ausbau des Keltenmuseum-Dachbodens iden kommenden Jahren endlich Realität werden - die Finanzierung vorausgesetzt.

 SN/sw/petry

Die Idee eines Dachbodenausbaus begleitet das Keltenmuseum seit der Übersiedlung an den heutigen Standort 1970, schaffte es aber nie ins Stadium konkreter Einreichpläne. "Das Dachgeschoß war immer Teil des Gesamtkonzepts, fiel aber stets dem Kostenrahmen zum Opfer", sagt Florian Knopp, der das Keltenmuseum seit Jänner 2012 leitet.

Viele gute Gründe

Für das Projekt sprechen gleich mehrere Gründe: Die Statik des alten Dachstuhls ist nicht auf große Schneelasten ausgerichtet, wie sie immer häufiger auftreten; das Dach ist nicht gedämmt, dementsprechend ist auch das Raumklima der oberen Etagen immer abhängig von der Außentemperatur; man könnte den denkmalgeschützten Dachstuhl aus dem 17. Jahrhundert im Rahmen einer Sanierung sichtbar und öffentlich zugänglich machen; und nicht zuletzt wäre dann vor allem Platz für neue Sonderausstellungen sowie Lagerflächen, zudem ist geplant, die Dachterrasse zu sanieren und auszubauen.

"Der Ausbau wäre ein weiterer Meilenstein in der Entwicklung des Museums", sagt Knopp im TN-Gespräch. In den 1980ern war die Fläche zuweilen saisonal im Sommer in Verwendung gewesen, derzeit dienen mehr als 600 Quadratmeter nur als provisorisches Lager, "soweit es der Brandschutz eben zulässt".

Pläne sind so weit wie noch nie, aber noch nicht in trockenen Tüchern

So weit wie bisher waren die Konzepte noch nie: Es gibt eine Machbarkeitsstudie und konkrete Pläne, abgestimmt mit dem Denkmal- und dem Ortsbildschutz. Das Konzept für den Ausbau stammt vom Architekturbüro Halle 1, das bereits die Neugestaltung des Keltenmuseums vor rund 15 Jahren geplant hat. "Es ist natürlich noch nicht alles in trockenen Tüchern, es gibt intensive Verhandlungen, aber mit großem Bekenntnis aller Seiten zum Ausbau. Wir stehen in den Startlöchern, aber wir müssen natürlich auf die Budgets des Landes und der Stadt im Dezember warten, zudem braucht es einen Landesregierungsbeschluss", sagt Knopp.

Ein Vier-Jahres-Plan - der aber auch länger brauchen könnte

Denn das Vorhaben ist ein Mammutprojekt - die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 2,6 Mio. Euro, die sich Stadt und Land plangemäß 50:50 teilen würden. Deswegen ist der Umbau auch als mehrjähriger Plan mit unabhängigen Teilbereichen konzipiert: "Es ist ein Vier-Jahres-Plan ab 2019 - ob es aufeinanderfolgende Jahre sind, wird sich noch weisen, aber die einzelnen Jahresplanungen sind unabhängig voneinander", betont Museumsdirektor Knopp.

"Wille und Wunsch sind da, das Budget entscheidet über den Zeitplan"

Seitens der Stadt Hallein betont die für Kultur zuständige Vizebürgermeisterin Rosa Bock (SPÖ): "Sicher ist, dass sowohl beim Land als auch bei der Stadt der Wille und der Wunsch für den Ausbau da ist. Ich denke einmal, es wird sicher angegangen, nur wie der Zeitplan letztlich aussehen wird, das wird das Budget entscheiden."

Heuer schießen Stadt und Land je 106.000 Euro zu, laut Plan wären es 2020 jeweils 275.000 Euro, 2021 jeweils 830.000 Euro und schließlich 2022 jeweils knappe 125.000 Euro. "Die Kosten für 2020 wären höchstwahrscheinlich noch stemmbar, aber die 830.000 Euro für 2021, das werden wir nicht schaffen. Da müsste das Land etwas vorschießen oder wir müssen den Zeitplan strecken", sagt Bgm. Alexander Stangassinger (SPÖ).

Aus dem Büro von Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) heißt es, über die geplanten Zahlungen könne erst nach Beschluss des Landesvoranschlages 2020 durch den Landtag Ende November konkret Auskunft gegeben werden. Das Land sei aber prinzipiell bereit, "dieses wichtige Projekt ebenso wie die Stadt Hallein zu unterstützen".

Spätestens zum großen Jubiläum 2030 soll alles fertig sein

Spätestens bis zum 800-Jahre-Jubiläum der Stadt Hallein 2030 soll der Ausbau auf jeden Fall gelungen sein. Im Idealfall wäre es aber schon 2022 so weit - denn dann steht die länderübergreifende Großausstellung "Kelten - Ursprung und Mythos" mit verschiedenen Projektpartnern und anderen Museen auf dem Plan.

Matthias Petry/Andrea Fagerer

TENNENGAU-NEWSLETTER

Jetzt kostenlos anmelden und wöchentlich topaktuelle Informationen aus Ihrer Region kompakt per E-Mail erhalten.

*) Eine Abbestellung ist jederzeit möglich, weitere Informationen dazu finden Sie hier.

Aufgerufen am 26.01.2022 um 01:15 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/dachboden-als-neuer-meilenstein-fuer-das-keltenmuseum-78801577

Abtenau: Kellerbrand in Wohnhaus

Abtenau: Kellerbrand in Wohnhaus

Die Einsatzkräfte stellten bereits beim Eintreffen eine starke Rauchentwicklung aus dem Kellerbereich fest, teilte die Feuerwehr Abtenau am Samstag auf ihrer Facebookseite mit. Mittels Wärmebildkamera konnte …

Kommentare

Schlagzeilen