Chronik

Der harte Kampf der "Lungauer" gegen die Konzernmilch

57 heimische Bauern liefern seit einem Jahr 3,5 Millionen Liter der "Reinen Lungauer" an. In den Kühlregalen mancher Handelsriesen rutschen die teureren Packerl immer weiter ins Eck.

Kuh ist nicht gleich Kuh und Milch nicht gleich Milch. Die „Reine Lungauer“ kämpft mit schwierigen Bedingungen in den Kühlregalen.   www.bilderbox.com
Kuh ist nicht gleich Kuh und Milch nicht gleich Milch. Die „Reine Lungauer“ kämpft mit schwierigen Bedingungen in den Kühlregalen.  

"Für die Listung deiner Produkte bei Lebensmittelkonzernen musst du bezahlen - und dann ist nicht sicher, wo du letztlich stehst - weil die Eigenmarken immer Vorzug haben", sieht sich Lungaus Bezirksbauernkammer-Chef, Tonibauer Hans Schitter, mit der "Reinen Lungauer" in einem mühsamen Kampf um Regalflächen.

Seit einem Jahr ist das Produkt auf dem hart umkämpften Markt. 57 Bauern haben sich den strengen Produktionskriterien unterworfen, nach dem Grundsatz, mit dem Vorhandenen aus dem Bezirk auszukommen - sprich mit heimischem Grund- und Kraftfutter. Das Interesse von Kollegen an einer Mitwirkung steigt stetig.

Die insgesamt rund 340 Lungauer stellen einen kleinen Teil der 2700 Milchanlieferer bei der SalzburgMilch dar. Auf den Produkten aus dem Lungau (vorwiegend Milch, Edel-Sauermilch und Joghurt) wirbt man für den Biosphärenpark Lungau. Die Bauernschaft ist stolz, dass sie mit Milch zum Werbeträger der seit Jahren bestehenden UNESCO-zertifizierten Region wurde.

Schitter gegenüber den "Lungauer Nachrichten": "Wir liefern täglich 8000 bis 9000 Liter an, die am nächsten Tag im Regal stehen - in 3/4-Liter-Packerl zu einem Preis von 1,49 Euro. Unsere Milch hat einen höheren Fettgehalt, schmeckt daher besser, ist aber innerhalb von fünf Tagen zu trinken."

Der Absatz in heimischen Gebieten stellt die Lungauer Bauern sehr zufrieden. Die heimischen Konsumenten bekennen sich mehr und mehr zu "ihrer" Milch.

Die "Lungauer" ist die einzige Spezialmilchsorte, die einer Molkerei und keinem Konzern gehört.

Auf der Suche nach anderen Absatzschienen tut man sich schwer. Schitter: "Wir wollen den Urlaub auf dem Bauernhof allgemein im Lungau wesentlich ausbauen. Potenzial wäre vorhanden. Jene Bauern mit Urlaubsgäste am Hof werben bei sich für unsere besonders gute Milch."

Die Kosten für die Werbeschiene der "Reinen Lungauer" tragen alle Milchbauern der SalzburgMilch mit. Sie stehen hinter dem hochwertigen Leuchtturmprodukt. Schitter: "Ich hoffe, dass wir uns am Markt halten können, dass jeden Tag mehr Leute zu unserem Produkt greifen. Wer sie einmal gekostet hat, der ist vom guten Geschmack überzeugt. Wir wollen mit der Beratung für heimische Qualitätsprodukte und Urlaub am Bauernhof verstärkt in die Schulen gehen und die nächste Generation auf den Höfen darüber informieren. Ähnliche Initiativen laufen im Lungau auch mit Fleisch."

Der Lungauer Wirtschaftsverein (Coop Tamsweg) stellt das Fleisch von Lungauer Bauern in den Mittelpunkt - ob es sich um Rind, Schaf oder Wild handelt. Im Herbst sind diesbezüglich einige Genusstage geplant (Flyer liegt den LN bei). Geschlachtet wird in der Landwirtschaftsschule. Um mehr Kapazität zu erreichen, freut sich die Bezirksbauernkammer, dass dort ausgebaut wird. (Beachten Sie zu dem Thema auch den Bericht mit NR Franz Eßl auf Seite 9)

Quelle: SN

Aufgerufen am 10.12.2018 um 10:06 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/der-harte-kampf-der-lungauer-gegen-die-konzernmilch-39138793

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