Chronik

Der Rauchenbichlerhof: Wo sich einst Zar Alexander umzog

Der Hof hieß ursprünglich nach dem 1120 erstmals erwähnten Gut Waldbichl "Waldbichlhof". Das Gut stand wohl schon 1120, jedenfalls aber 1238 und in der Folgezeit im Eigentum des Erzstiftes St. Peter.

Napoleon Bonaparte weilte nie im heute als "Rauchenbichler- oder Gablerhof" bekannten Gut am Ende der Schallmooser Hauptstraße. Dafür aber Zar Alexander, wie die Großmutter der jetzigen Besitzerin Christine Sachs-Kapsreiter, Maria Kapsreiter-Mayr, in der Familienchronik Abt Albert Nagenzaun von St. Peter aus seinem Tagebuch zum 5. Oktober 1822 zitiert: "Nachmittags nach 3 Uhr ward vom Mönchsberg in Verbindung mit dem Tannberg (mittelst Fernröhre) die Ankunft des Kaisers von Russland Alexander zu Neumarkt signalisiert. Im Rauchenbichlerhofe in Gnigl kleidete sich der Monarch um und fuhr um 5 Uhr abends in K.K. Oberstuniform in die Residenz, woselbst Kaiser Franz an der Treppe des hohen Gastes harrte und ihn herzlich bewillkommte. Abends war Stadtbeleuchtung."

Die Geschichte, dass Napoleon einst im nördlichen Zimmer gewohnt hatte, rührt wahrscheinlich daher, dass das Gut vom ursprünglichen Besitzer Anton Rauchenbichler 1831 an Emilie Kraus Baronin von Wolfsberg (die "Hundsgräfin"), eine ehemalige Geliebte Napoleons, verkauft wurde, die hier mit ihren zahlreichen Tieren bis 1841 lebte.

Rückkauf durch die Familie Rauchenbichler

Anschließend kaufte den im Jahr 1120 erstmals urkundlich genannten Hof der damalige Stadtkämmerer Franz Anton Rauchenbichler von Rauchenbühel wieder zurück, der ihn barockisierte und den Garten anlegte. Jahrzehntelang befand sich das Gut gemeinsam mit dem Gablerbräu in Besitz der Familie Mayr. Dort, wo heute das ZIB, Zentrum im Berg, steht, erbaute damals Franz Mayr die dazugehörige Brauerei.

Seine Nachfahrin Maria Kapsreiter-Mayr hatte ebenfalls in eine Brauerei eingeheiratet, nämlich jene gleichen Namens aus Schärding. Christine Sachs-Kapsreiter erinnert sich gerne und lebhaft an ihre Großmutter. "Ich bin in Schärding und hier aufgewachsen und ich liebe die Geschichten, die meine Großmutter in der Familienchronik zusammengefasst hat."

Bier und die schönen Künste

Bier und die schönen Künste spielen und spielten in der Familie immer eine große Rolle. Onkel Richard Mayr z. B. war Opernsänger an der Wiener Staatsoper. Sie selbst studierte Architektur in Wien an der "Angewandten". "Ich wollte immer schon dorthin, denn meine Großmutter hatte dort Bildhauerei studiert und ein anderer Onkel Bühnenbild. Meine Tochter Christina hat trotz meines anders lautenden Rats ebenfalls Architektur studiert und meine zweite Tochter Schauspiel", erzählt sie. Tochter Christina arbeitet mittlerweile bereits in ihrem Büro mit. Das, was ihr zeitlebens ins Blut übergegangen war - Altes zeitgemäß mit Neuem zu verbinden -, konnte sie im großen Stil beim Umbau des Stiegl-Guts Wildshut umsetzen, den sie als Architektin geplant hat. "Hier schließt sich wieder der Kreis zur Brauerei."

Aufgerufen am 16.10.2018 um 02:41 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/der-rauchenbichlerhof-wo-sich-einst-zar-alexander-umzog-21447244

Uni-Rektor: Zwei Bewerber aus dem Haus

Uni-Rektor: Zwei Bewerber aus dem Haus

Sonja Puntscher-Riekmann und Rudolf Mosler wollen Heinrich Schmidinger als Rektor beerben. Mit 30. 9. 2019 endet die Amtszeit von Heinrich Schmidinger (64) als Rektor der Universität. Der siebenköpfige …

Schlagzeilen