Chronik

Die alte Dampflok rostet vor sich hin

Gemeinde von ÖBB in Sachen Sanierungszuschuss enttäuscht.

Je länger gewartet wird, desto teurer oder gar unmöglich wird die Reparatur des historischen Stücks. SN/sw/migu
Je länger gewartet wird, desto teurer oder gar unmöglich wird die Reparatur des historischen Stücks.

Nach langen Verhandlungen zwischen Bahn und Gemeinde konnte der Vorplatz am Bahnknoten Schwarzach neu gestaltet werden. In diesem Zuge siedelte die alte Dampflok, eine aus der 93er-Reihe, auf den prominenten Platz vor dem Gebäude und in Blickrichtung zum Tauernbahnmuseum.

Es gab - vor Corona - auch ein Sanierungskonzept für die alte Lok. Das Projekt kam ins Stocken, nicht nur wegen der Pandemie, sondern auch, weil die ÖBB nach Angaben von Bürgermeister Andreas Haitzer bei der notwendigen Sanierung der Lok nicht mitwirken möchten: "Wir fühlen uns etwas im Stich gelassen. Nichtsdestotrotz werden wir mit dem Museumsverein und heimischen Sponsoren die dringend nötigen Arbeiten auf den Weg bringen. Die Lok stellt ein wichtiges Symbol für die Geschichte unseres Ortes dar."

Lok wurde 1927 in Betrieb genommen

In Betrieb genommen wurde das Dampfross am 5. Oktober 1927. Exakt 50 Jahre später übersiedelte es, auf Initiative einiger Eisenbahner, nach Schwarzach. Auf dem Bahnhofsvorplatz wurde die Lok von ehemaligen Pongauer Eisenbahnern liebevoll betreut.

Museumsvereinsobmann Michael Köstinger gegenüber den "Pongauer Nachrichten": "Wenn ich eine Arbeitsgruppe hätte, die so ein Gerät in Schuss bringen könnte, wäre das wohl kein Thema. Die Protagonisten aus der Eisenbahnzeit sind aber aus der Epoche zwei Generationen vor uns. Ich muss schon trachten, dass ich Ehrenamtliche bekomme, die das Museum betreuen und begleiten."

Sanierung würde mindestens 20.000 Euro kosten

Die Kosten für die Sanierung der dahinrostenden Dampflok werden auf mindestens 20.000 Euro geschätzt. Köstinger: "Je rascher damit begonnen wird, desto weniger Probleme sollten auftauchen. Sicher müssen die einen oder anderen Bleche ersetzt werden. Wenn man nicht bald handelt, wird manches wohl nicht mehr reparierbar sein."

Sowohl beim Museumsverein wie auch bei den "PN" haben sich Schwarzacher immer wieder ob des bedauernswerten Zustandes der Lok gemeldet. Das Interesse an dem Fahrzeug und die Gestaltung des Areals um das historische Stück schätzt auch Andreas Haitzer richtig ein, der auf heimische Sponsoren bei der Realisierung des Vorhabens baut und vielleicht doch auch noch auf einen Zuschuss der Bundesbahnen.

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