Chronik

Ein Pfarrer sorgt für Aufregung

Heiße Diskussionen entfachte der Gasteiner Pfarrer mit seinem Firmunterricht. Er rechtfertigt sich für seinen Homosexualität-Vergleich.

Pfarrer Rainer Hangler fühlt sich missverstanden und zu Unrecht gebrandmarkt. Pfarrverband
Pfarrer Rainer Hangler fühlt sich missverstanden und zu Unrecht gebrandmarkt.

Dass ein Firmunterricht so riesige Wellen schlägt, ist mehr als ungewöhnlich: In einem Unterrichtspapier für Firmlinge hatte Pfarrer Rainer Hangler - er ist seit dem Vorjahr für den Pfarrverband Gasteinertal zuständig - die vier "himmelschreiende Sünden" des Katechismus der katholischen Kirche angeführt. Er tat dies in Form folgender Aufzählung:

1. Vorsätzlicher Mord

2. Die Sünde Sodoms (Sodomie, Pädophilie, homosexuelle Akte)

3. Unterdrückung der Armen

4. Arbeiter um ihren Lohn bringen

Einige Eltern der Firmlinge hatten sich daraufhin empört an Bgm. Gerhard Steinbauer (ÖVP) gewandt. Dieser richtete am 15. Mai an den für die Erzdiözese verantwortlichen Erzbischof Franz Lackner die Frage, ob die in den Firmunterlagen enthaltenen Aussagen im 21. Jahrhundert noch zeitgemäß seien. Darauf habe er lange gar keine und dann nur eine ausweichende Antwort erhalten, so Steinbauer. In den nunmehrigen Interviews, u. a im ORF , sei es nicht anders gewesen. Sich auf die Lehrmeinung zu berufen, sei zu wenig, so Steinbauer: "Früher hat man auch gesagt, die Erde ist eine Scheibe und rothaarige Frauen sind Hexen und gehören auf den Scheiterhaufen. Das hat man ja auch als falsch erkannt", so Steinbauer, der sich nun eine klare Aussage zur Homosexualität wünscht.

Pfarrer Hangler fühlt sich indes missverstanden: "Es war in keiner Weise meine Absicht, hier irgendjemanden zu diskreditieren, vielmehr", so Hangler, "wollte ich den Firmlingen eine Grundahnung vom Gebotenkatalog der Kirche" vermitteln.

Den Vorwurf, dass er homosexuelle Akte (also gleichgeschlechtlichen Sex) auf eine Stufe mit Mord und Pädophilie stelle, wies er zurück: Es handle sich nur um eine Aufzählung, keine Gleichstellung. Hangler legt zudem Wert auf die - für viele wenig nachvollziehbare - Unterscheidung von Homosexualität und homosexuellem Akt.

Aufseiten der Homosexuellen Initiative (HOSI) Salzburg sieht man das ganz anders. Dazu HOSI-Obfrau Gabriele Rothuber: "In einem Firmunterricht im Jahr 2018 Homosexualität als eine der ,Sünden, die zum Himmel schreien', zu bezeichnen, ist grob fahrlässig und führt zu massivem Leiden für homo- und bisexuelle Jugendliche. Jungen Menschen zu suggerieren, Homosexualität sei gleichzusetzen mit Mord, ist schlicht inakzeptabel." Das Gasteinertal sieht der Pfarrer nicht als Durchgangsstation, er werde wohl bis zu seiner Pensionierung in 25 Jahren bleiben.

Hangler kritisierte Bgm. Steinbauer dafür, dass er sich nicht direkt an ihn gewandt, sondern die Sache gleich in die Ferne getragen habe. Er lud Steinbauer nun via E-Mail zu einem Gespräch ein. Gerne dürfe er auch die irritierten und empörten Eltern bei ziehen.

Steinbauer antwortete, dass er das Angebot gerne annehme, allerdings stelle er vorweg klar, "dass der Gegenstand des Gespräches nur die klare Beantwortung meiner an Erzbischof Lackner erstmals mit Schreiben vom 15. Mai gerichteten, klaren und mehr als berechtigten Frage sein kann".

Aufgerufen am 17.08.2018 um 07:01 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/ein-pfarrer-sorgt-fuer-aufregung-29470840

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