Chronik

Erfolgreiches Scheitern: "Fuck up night" in St. Koloman

Der erste Mal "auf dem Land" fand die Veranstaltung "Fuck up nights" statt - und zwar in der Tauglerei in St. Koloman.

Die Redner und auch Organisatoren der ersten „fuck up night“ in St. Koloman. SN/sw/fagerer
Die Redner und auch Organisatoren der ersten „fuck up night“ in St. Koloman.

Jeder kennt Situationen im Leben, in denen er etwas "fucked up" hat - auf Deutsch "verbockt hat" oder eben komplett falsch gemacht. Kann man mit Würde scheitern? Kann man aus solchen Situationen lernen? Kann man "fucked up"-Situationen verwenden, um durch Fehler oder Rückschläge neue Erfahrungen zu machen?

Darum geht es bei den mittlerweile gut besuchten "Fuck up nights", die Aleksandra Nagele seit Jänner 2018 in Salzburg veranstaltet.

"Fuck up nights" sind 2012 in Mexiko entstanden

Das Format ist in Mexiko entstanden, und zwar im Jahr 2012, und wurde langsam und unfreiwillig verbreitet - mittlerweile gibt es das in 300 Städten weltweit. Warum? "25 Prozent haben zwar Angst, über Fehler zu reden, aber Misserfolge bringen auch Chancen: So kann man ein anderes Denkmuster erlernen. Es kann eine neue Chance entstehen. Man lernt sich selbst besser kennen und kann von anderen lernen", so Nagele.

Drei Redner sprachen in zehn Minuten über ihre Misserfolge

Vergangenen Mittwochabend waren es drei "Speaker", also Redner, die in zehn Minuten und mittels zehn Bildern über ihre Fehltritte bzw. Misserfolge sprachen: Daniela Schwaiger aus Hallein, Christian Struber aus St. Koloman und Reinhard Oberholzner aus Salzburg bewiesen Mut und stellten sich auch anschließend den Fragen des Publikums.

"Themenverfehlung", sagt Zuhörer Josef Lienbacher

"Für mich waren alle drei Vorträge Themenverfehlung", so Josef Lienbacher, einer der Zuhörer. Er ist aus St. Johann nach St. Koloman gekommen und möchte unbedingt, dass es auch zukünftig "Fuck up nights" im Pongau gibt. Warum Themenverfehlung? "Na ja, die Redner hätten über einen Rückschlag reden sollen, aus dem sie gelernt haben, und daraus positive Bilanz ziehen. Das haben sie nicht getan", erklärt Lienbacher.

Josine Bakkes ist gemeinsam mit Nagele Mitveranstalterin und erklärt das folgendermaßen: "Jeder sieht einen ,fuck up' anders. Da gibt es oft Spielraum für Interpretationen. Was der eine als Misserfolg versteht, ist für den anderen nicht so schlimm."

Redner für "Fuck up nights" finden sich leicht

Redner zu finden, die freiwillig vor Publikum über Misserfolge sprechen, ist auch nicht so schwierig. "Wir haben schon ein recht gutes Netzwerk. Da kommunizieren die Leute untereinander. So kommen immer wieder Leute auf uns zu, die ihre Erfahrungen mit anderen teilen möchten," so Bakkes.

Wie kamen nun die "Fuck up nights" erstmalig nach St. Koloman? "Mein Sohn Michael hat die Verbindung zwischen Nagele und Patrick Sellier von der Tauglerei hergestellt. Daher trat auch ich als Vortragender auf," erklärt Christian Struber, Altbürgermeister von St. Koloman. Wer aus den Fehlern anderer lernen will, der hat die nächste Möglichkeit am 27. November in der Academy Bar in Salzburg.

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