Chronik

Erlös der Coronatests an Privatuni geht in die Forschung für Kinder

Mit einer eigenen Tochtergesellschaft verwertet die medizinische Privatuniversität in Salzburg Forschungsprojekte. Man hat einen einfachen PCR-Test entwickelt, den man Unternehmen anbietet, die ihre Mitarbeiterscreenings selbst organisieren. Der Erlös geht ausschließlich in Studien gegen Kinderkrankheiten, unter anderem gegen Krebs.

Vera Coreth und die Chemikerin Barbara Kofler (rechts) sind die Geschäftsführerinnen der „PMU Service Applications GmbH“, die als Tochtergesellschaft der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität (PMU) Projekte kommerziell verwertet.  SN/wildbild
Vera Coreth und die Chemikerin Barbara Kofler (rechts) sind die Geschäftsführerinnen der „PMU Service Applications GmbH“, die als Tochtergesellschaft der Paracelsus Medizinischen Privatuniversität (PMU) Projekte kommerziell verwertet.

Ein Forschungsteam rund um Barbara Kofler und Johannes Mayr arbeitet im Speziallabor für Kinder- und Jugendheilkunde schon seit 25 Jahren an PCR-Tests für Infektionskrankheiten. Mit Beginn der Coronakrise und dem Mangel an verfügbaren Tests hat man hier auch einen Corona-PCR-Test entwickelt und ständig weiter verbessert. Er wird inzwischen im Uniklinikum Salzburg für die Tests bei den Mitarbeitern verwendet, weil er sehr zuverlässig ist, was durch eine 100-prozentige Erfolgsrate in mehreren behördlichen Ringversuchen bewiesen wurde.

Die Medizinische Privatuniversität (PMU) hat inzwischen für die Umsetzung und Verwertung hauseigener Projekte die Tochtergesellschaft PMU Service Applications GmbH gegründet, die von Kofler und Vera Coreth geleitet wird. Die PMU will damit nicht behördlich angeordnete PCR-Tests von Patienten abwickeln, sondern bietet diesen Service Firmen an, die ihre Mitarbeiterscreenings selbst organisieren. In den Labors der PMU wurde der Test auf Hochdurchsatz optimiert. Das Prinzip ist ein sehr einfacher Gurgeltest, für den ein Schluck stilles Mineralwasser genügt. "Das lässt sich in den Firmen einfach organisieren. Dadurch können wir auch kostengünstiger als andere Labore sein", sagt Barbara Kofler.

Das Besondere dabei ist: Die Einnahmen fließen großteils in die Forschung an der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendheilkunde. Und zwar in konkrete Projekte von Kofler und Mayr, die Erkrankungen des Stoffwechsels untersuchen.

Die Biochemikerin Kofler forscht vor allem am Energiestoffwechsel von Tumoren und Ansätzen, wie man die Therapie von Krebserkrankungen mit einer speziellen Diät verbessern kann.

PMU-Rektor Wolfgang Sperl betont: "Andere Unternehmen machen mit Coronatests das große Geld, wir verwenden den Erlös für unsere Forschung."

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