Chronik

Es gibt wieder Salz vom Dürrnberg

Die Salinen Austria investierten 1,2 Mill. Euro in die Salzmanufaktur. Aktuell erzeugen die drei Pfannmeister rund zehn Kilogramm pro Tag.

1989 hat die Salinen Austria AG die industrielle Salzproduktion in Hallein beendet - aus wirtschaftlichen Gründen. Jetzt lebt die alte Tradition in der neu eröffneten Salzmanufaktur am Dürrnberg in Hallein wieder auf. In der Schausaline werde das Salzsieden in der Pfanne zeitgemäß interpretiert, heißt es bei den Salinen Austria.

Besucher der Salzwelten können dem Pfannmeister über die Schulter schauen, während aus heimischer Natursole zarte Salzflocken entstehen. "Das ist ein einzigartiges Erlebnis, das es in Österreich nur in der Schausaline am Dürrnberg gibt."

"Die Salinen Austria AG hat 1,2 Millionen Euro in die Errichtung der Salzmanufaktur investiert. Damit ist uns ein tolles Highlight für die Salzwelten und ein neues Premiumprodukt für die Marke Bad Ischler gelungen", erklärt Kurt Thomanek, Vorstand für Bergbau und Salzwelten.

Für die Umsetzung sind die drei Pfannmeister zuständig - Gernot Schuh aus Grödig, Michael Prähauser aus Hallein und Phillip Oppeneiger aus Kuchl. Schuh: "In die Salzmanufaktur wurde Geschichte eingearbeitet." Unter anderem sei die alte Solestube aus 1707 - die schon ramponiert war - zerlegt worden. Anschließend sei das Holz von einer Zimmerei "aufbereitet" und in den neuen Bau integriert worden. Auch moderne Elemente kamen zum Einsatz - Nirosta und Glas.

Die Initiative zum Wiederaufleben der Salzproduktion kam von den 14 Bergleuten, die noch immer im Instandhaltungsbergbau tätig sind. Ein Hintergrund: Bei der Tour durch den Berg wurde bislang nur gezeigt, wie Sole gewonnen wird. Der zweite Teil - der Weg zum Salz - blieb ausgeblendet. "Jetzt können wir die Geschichte zu Ende erzählen."

In einer Sudpfanne wird Natursole erhitzt. Durch die Wärme verdunstet Wasser, gleichzeitig kristallisiert Salz aus der gesättigten Lösung aus. Um hauchzarte Salzflocken zu erhalten, sind Handwerk, Fingerspitzengefühl und perfektes Timing nötig. Im richtigen Moment schöpfen die Pfannmeister die feinsten Salzkristalle an der Oberfläche ab.

Der Start der Produktion erfolgte im Dezember. Dann folgte eine dreimonatige Entwicklungsphase - mit einer Reihe von Feinjustierungen. "Es ist erstaunlich, wie viel es in einem solchen Prozess zu lernen gibt. Es hat lange gedauert, bis das Produkt den Vorstellungen entsprochen hat - vom Aussehen der Kristalle bis zum Geschmack. Mit dem Ergebnis sind wir jetzt sehr zufrieden."

Aktuell werden rund zehn Kilogramm pro Tag erzeugt. Das Gourmet-Salz "Bad Ischler Salzzart" ist in den Salzwelten Hallein, in allen Salzwelten-Shops sowie online (www.badischler.at) erhältlich. Der Preis: 7,90 Euro für 45 Gramm. Gernot Schuh spricht von "Finisher-Salz": Das "weiße Gold" soll etwa verwendet werden, um dem Steak einen letzten Schliff zu geben, unmittelbar bevor es auf den Teller kommt.

Quelle: SN

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