Chronik

Fest als Protest gegen die 380-kV-Freileitung

Ab 1. Juli sollen die Rodungen am Rengerberg für die Stromleitungen beginnen. Die IG Erdkabel lud deshalb am Samstag zum Fest, um über die weiteren Schritte ihres Protests zu informieren.

Drei Monate lang haben die Rodungen pausiert. Mit einer Zusammenkunft wollte die IG Erdkabel dies feiern - aber auch für die nächsten Schritte mobilisieren. Es sei quasi der Auftakt für unseren weiteren Kampf gegen die Rodungen, die am 1. Juli wieder beginnen dürfen, heißt es von Johannes Pisetta, dem Schriftführer der IG. "Es soll deutlich werden, dass wir immer noch in voller Stärke da sind, auch wenn es in den letzten Wochen und Monaten - zumindest am Rengerberg - ruhig war."

Die Rodungsarbeiten der Bundesforste hatten im Jänner massiven Protest der Erdkabel-Befürworter hervorgerufen und ihnen (großteils noch nicht entschiedene) Besitzstörungsklagen eingebracht.

Die Aktivisten befürchteten nun, dass die APG (Austrian Power Grid) Anfang Juli den Bau fortsetzen werde. Ende Juni ende das Schlägerungsverbot, erklärt Franz Fuchsberger vom Verein Fairkabeln. Zur Erklärung: Die Bauarbeiten sind von den Behörden nur saisonal begrenzt erlaubt - zum Schutz von Tieren (vor allem Vögeln und Amphibien) und Pflanzen. Die APG wolle Fakten schaffen, bevor die Entscheidung des Verwaltungsgerichtshofs über die Beschwerden vorliege. Ein Hauptstreitpunkt darin ist das Gesamtausmaß der Rodungen auf der Trasse von Elixhausen bis Kaprun. Deshalb richten sich die Demonstranten darauf ein, ihren Widerstand auch in Vigaun fortzusetzen.

APG-Projektleiter Wolfgang Hafner nennt noch keinen Zeitpunkt für Baumfällungen. Diese dürfe man natürlich auch in anderen Bauabschnitten im Sommer unter gewissen forstökologischen Voraussetzungen durchführen. "Wir werden entsprechend den Fristen vorgehen und sind dabei, die Bauablaufpläne zu detaillieren." Das werde noch ein bis zwei Wochen dauern.

Viele Fundamente sind schon betoniert. Maststöcke stehen zum Beispiel schon in Elsbethen (Gurlspitze), am Pass Lueg, in Stegenwald, Blühnbach und an der Querung des Fuscher Tals. Auch rechtlich verbucht der Bauherr einen weiteren Erfolg: Das Bundesverwaltungsgericht habe Wiederaufnahmeanträge von Projektgegnern abgewiesen.

Quelle: SN

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