Chronik

Flüchtlinge aus Lesbos aufnehmen: Aktivisten campierten bei Minusgraden auf dem Mozartplatz

Aktivisten in Salzburg fordern die Aufnahme von Flüchtlingen aus Lesbos. Aus Protest gegen die "Blockadehaltung" der Regierung campierten sie von Samstag auf Sonntag aus dem Salzburger Mozartplatz.

Schnee und Eis in der Altstadt: Aktivisten campierten in der Salzburger Altstadt.  SN/plattform menschenrechte
Schnee und Eis in der Altstadt: Aktivisten campierten in der Salzburger Altstadt.

Unter dem Titel "Ein Wochenende für Moria" campierten Aktivisten von Samstag auf Sonntag auf dem Salzburger Mozartplatz, um auf die verzweifelte Lage von Geflüchteten in den Lagern an der EU-Grenze aufmerksam zu machen.

"Wenn wir mit jeder Nacht, die wir hier schlafen, eine Familie aus den Lagern holen könnten, würden wir noch lange hier bleiben", so Peter Ruhmannseder von Solidarisches Salzburg. Der Appell richtet sich einmal mehr an Landeshauptmann Haslauer. Dieser soll sich beim Bundeskanzler für die Aufnahme von Geflüchteten einsetzen. "Laut dem zuständigen Landesrat Heinrich Schellhorn stehen allein im Bundesland Salzburg 270 Grundversorgungsplätze leer."

Protest für Grenzöffnungen: Österreich solle seine "Blockadehaltung" aufgeben

"Selbstverständlich braucht es eine gesamteuropäische Lösung", erklärt Josef Mautner von der Plattform Menschenrechte Salzburg, "doch dafür müsste Österreich sein Blockadehaltung aufgeben und konstruktiv an einer Lösung mitarbeiten". Da dies nicht geschehe, koordiniert die Plattform in Salzburg Beiträge zur Lösung dieser humanitären Katastrophe. Die Plattform sammle Erklärungen von Pfarren, Vereinen und Organisationen, die bereit sind, Geflüchtete in Salzburg unterzubringen oder während ihres Aufenthalts zu betreuen: ob beim Deutschlernen, bei Arztbesuchen, bei Behördengängen oder auch bei der psychotherapeutischen Versorgung.


Oberndorf hat als erste Gemeinde des Bundeslands in der Gemeindevertretung einen Beschluss gefasst, ein bis zwei Flüchtlingsfamilien aufzunehmen. Auch Pfarrwerfen könnte bis zu sechs Personen aufnehmen. Unterstützung für "Salzburg hat Platz" kommt beispielsweise aus den Pfarren in Bad Gastein, Elixhausen, St. Veit und in der Stadt von den Pfarren Nonntal, Gneis, Morzg, St. Elisabeth, Herrnau und ebenso von der Katholischen Aktion Salzburg. Wie groß die Bereitschaft ist, Geflüchtete aufzunehmen, zeige laut der Plattform für Menschenrechte auch der Beschluss der Vollversammlung der Salzburger Arbeiterkammer, "Salzburg hat Platz" zu unterstützen.

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