Chronik

Fritz Wintersteller - der Erstbesteiger des Broad Peak verstorben

Als 29-Jähriger erklomm der Salzburger Fritz Wintersteller den 8051 Meter hohen Gipfel im Karakorum-Gebirge mit drei Kameraden.

Es war, als hätte er gespürt, dass er nicht mehr lange zu leben hatte: Vor wenigen Tagen hatte sich der legendäre Salzburger Bergsteiger Fritz Wintersteller bei einem Spaziergang mit seiner extra aus Schottland angereisten Tochter verabschiedet, am vergangenen Samstag verstarb er einen Monat vor dem 91. Geburtstag. "Er ist friedlich eingeschlafen, er hatte ein erfülltes Leben, auch die letzten Jahre im Seniorenheim Hellbrunn waren ein Geschenk für ihn", berichtet sein Sohn Fritz Wintersteller.

Der gebürtige Innsbrucker lebte in Salzburg, wo er die Volksschule Gnigl, die Hauptschule in St. Andrä und die Staatsgewerbeschule (heute HTL) für Elektrotechnik besuchte. Die schloss er 1949 mit der Matura ab. Die Leidenschaft für die Berge wurde ihm in die Wiege gelegt. Im Alter von sechs Jahren bestieg er mit seinem Vater den Untersberg.

Zur Legende wurde Wintersteller, als er 1957 gemeinsam mit Hermann Buhl, Marcus Schmuck und Kurt Diemberger den Broad Peak bezwang. Am 9. Juni standen Wintersteller und Schmuck als Erste gemeinsam auf dem Gipfel des 8051 Meter hohen Berges im Grenzgebiet zwischen Pakistan und der Volksrepublik China. Alle vier Bergsteiger hatten den Gipfel ohne Sauerstoff und ohne Hochträger bewältigt. Danach, am 19. Juni, gelang Wintersteller und Schmuck die Erstbesteigung eines bis dahin namenlosen Siebentausenders. Er wurde später Skil Brum getauft.

"Die Berge waren sein Lebensinhalt. Die Expedition auf den Broad Peak war das Highlight seines Bergsteigerlebens. Er lebte für die Berge und das konnte auch jeder spüren, der mit ihm unterwegs war", sagt Sohn Fritz Wintersteller. Mit seinem Vater auf Bergtour zu gehen sei für viele Menschen immer wieder ein ganz besonderes Erlebnis gewesen.

Bereits 1940 findet sich in Winterstellers Tourenbuch eine Reihe von Erstbesteigungen, darunter der Südostpfeiler des Kleinen Fieberhorns, die Südverschneiung des Großen Fieberhorns und die direkte Südwand des Bratschenkopfs. Später hat er bis auf drei Nebengipfel alle 4000 Meter hohen Berge in den Alpen bestiegen. In seinen Tourenbüchern finden sich mehr als 5000 Bergtouren.

Wie viele seiner Freunde widmete sich Wintersteller der Bergrettung, bei der er 1947 die Leitung der Ortsstelle Salzburg übernahm. Er gehörte dem Edelweißclub Salzburg an und wurde unter anderem mit dem Goldenen Sportabzeichen der Republik Österreich ausgezeichnet.

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