Chronik

Goldschakal hat im Lungau zwei Lämmer gerissen

Die Zahl fuchsähnlicher Tiere steigt vor allem in Ostösterreich stark. Nun werden sie offenbar auch in Salzburg zum Problem. Und das nicht nur für die Jäger und ihren Wildbestand.

Die Tiere sind kleiner als Wölfe und ähneln eher Füchsen. SN/AFP
Die Tiere sind kleiner als Wölfe und ähneln eher Füchsen.

Am 7. September wurden auf einer Alm bei Göriach zwei tote Lämmer gefunden und beim Land gemeldet, weil der Verdacht bestand, dass ein Wolf dafür verantwortlich war. Der Salzburger Wolfsbeauftragte Hubert Stock sagt: "Aufgrund des Rissbilds sind die Experten aber gleich davon ausgegangen, dass es kein Wolf war." Und das bestätigte sich jetzt. Die zur Sicherheit doch zur Analyse geschickten DNA-Proben zeigten, dass ein Goldschakal die beiden Lämmer gerissen hatte.

Dass ein Goldschakal Nutztiere reißt, ist allerdings die Ausnahme. "Da dieser Beutegreifer nicht so groß ist wie ein Wolf, sind größere Tiere kaum gefährdet", sagt Stock. Im Burgenland gebe es relativ große Probleme mit dem Goldschakal, aber die Klagen kämen weniger aus der Landwirtschaft, sondern von den Jägern und Naturschützern. Denn die Hauptbeute des Goldschakals seien Hasen und bodenbrütende Vögel.

Goldschakale sind etwas größer als ein Fuchs und hauptsächlich nachtaktiv. Sie haben ein fixes Revier und sind bei der Nahrungswahl sehr anpassungsfähig. Ihr größter natürlicher Feind ist der Wolf. Stock rechnet damit, dass Goldschakale in Zukunft häufiger nach Salzburg kommen. Ihre ursprüngliche Heimat in Europa reicht vom Balkan bis in die Ukraine. Mit dem Fall des Eisernen Vorhangs kamen sie in den Westen. Die erste Sichtung in Österreich gab es 1987 in der Steiermark. In Ungarn gebe es inzwischen eine starke Population, die nach Ostösterreich dränge, sagt Stock.

Vereinzelt waren auch in der Vergangenheit schon Goldschakale in Salzburg. Aus dem Jahr 2018 gibt es ein Foto aus Zauchensee und ein Video aus Flachau mit Goldschakalen. Und schon vor über 20 Jahren sei im Gasteiner Tal ein Goldschakal geschossen worden, weil ihn der Jäger mit einem Fuchs verwechselt habe. Bei schlechtem Licht könne das leicht passieren. "Da sie kaum Nutztiere reißen und unscheinbar leben, ist sicher von Zeit zu Zeit einer da, ohne dass es bemerkt wird", sagt der Wolfsbeauftragte. Auch in Ost- und in Nordtirol gab es 2019 und 2020 Nachweise.

Der Goldschakal ist wie der Wolf durch die FFH-Richtlinie geschützt und im Salzburger Jagdgesetz ganzjährig geschont. Das Jagdgesetz regelt auch die Entschädigung durch das Land. Der zuständige Landesrat Josef Schwaiger (ÖVP) sagt: "Auch hier lassen wir die Bauern nicht allein, unterstützen beim Herdenschutz und entschädigen bei Rissen."

Wölfe haben heuer in Salzburg wider Erwarten noch keine Nutztiere nachweislich gerissen, obwohl es im angrenzenden Tirol zu zahlreichen Zwischenfällen gekommen ist. Den einzigen Nachweis gab es im Mai in Niedernfritz, wo aber ein Wildtierriss durch einen Wolf per DNA-Analyse bestätigt worden ist.

Aufgerufen am 26.10.2020 um 08:06 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/goldschakal-hat-im-lungau-zwei-laemmer-gerissen-93230446

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