Chronik

Haus des Kunstsammlers Gurlitt steht in Salzburg zum Verkauf

In einem kleinen Haus in Aigen hortete der verstorbene Sammler hochkarätige Kunst. Die Immobilie steht jetzt zum Verkauf. Makler Alexander Kurz erwartet einen Kaufpreis um die 700.000 Euro.

Immobilienhändler Alexander Kurz vor „seinem“ Objekt.  SN/Marco Riebler
Immobilienhändler Alexander Kurz vor „seinem“ Objekt.

Die Adresse ist keine Schlechte: Carl Storch-Straße 9 in Salzburg-Aigen. Eine ruhige Nebenstraße, wenig Verkehr, rundherum Villen und Einfamilienhäuser. Hier steht ein unscheinbares, eher abgewohntes Häuschen, das es Anfang 2014 in die internationalen Schlagzeilen geschafft hatte.

Warum? Weil die Liegenschaft dem Kunstsammler Cornelius Gurlitt gehörte - und dieser wiederum im Besitz einer Sammlung von rund 1280 Kunstwerken war, die es in sich hat. Denn hunderte dieser Objekte standen im Verdacht, NS-Raubkunst zu sein. Nachgewiesen wurde das nur bei einem Bruchteil davon. Jedenfalls: Die allermeisten Bilder beschlagnahmte die Staatsanwaltschaft bereits 2012 in Gurlitts Wohnung in Schwabing bei München. 238 Stück aber befanden sich in besagtem Haus in Salzburg-Aigen. Darunter Werke von Édouard Manet, Claude Monet, Auguste Renoir und Pablo Picasso. Mittlerweile gehört der Großteil der Sammlung Gurlitt dem Kunstmuseum Bern. Für das Salzburger Häuschen gilt dasselbe.

Der Salzburger Immobilienhändler Alexander Kurz hat den Auftrag erhalten, die Immobilie zu verkaufen, und zwar bis Mitte Dezember. Kurz geht davon aus, dass das Grundstück rund 700.000 Euro Kaufpreis erzielen wird. "Das Haus selbst stellt eher einen Zusatzaufwand dar, es ist mit Abbruchkosten von 30.000 bis 40.000 Euro zu rechnen", sagt Kurz. Allerdings: "Dass dieses Haus dort steht, ist eher ein Vorteil. Denn das Land Salzburg will ja Grundstücksbesitzer, die eine leere Fläche länger nicht verbauen, besteuern - oder den Grund in Grünland umwidmen. Bei diesem Objekt kann das nicht passieren."

Damit sei das Haus auch interessant für wohlhabende Kunden, die minderjährige Kinder hätten und für diese "auf Vorrat" einen Baugrund für die fernere Zukunft sichern wollten. Angebote würden in einer ersten Runde bis zum 17. November entgegengenommen.

(SN)

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