Chronik

Hilfe, damit Elias zur Ruhe kommen kann

Ein zweijähriger Bub hat stark ausgeprägten frühkindlichen Autismus. Das bringt seine Familie auch in große finanzielle Schwierigkeiten.

Das Foto des zweijährigen Elias mit dem Hund der Familie ist eines der Lieblingsfotos von Mutter Renée Seitz. In Anwesenheit des Hundes komme Elias schnell zur Ruhe, sagt die 23-Jährige. Das sei wichtig. Denn wenn er sich aufregt, kann es gefährlich werden. "Wenn es ihm zu viel wird, reißt er sich Haare aus, kratzt sich, schlägt den Kopf auf den Boden."

Elias leidet an einem besonders stark ausgeprägten frühkindlichen Autismus. Die Diagnose wurde erst vor wenigen Monaten gestellt. Renée Seitz und ihr Lebensgefährte merkten aber schon früh , dass bei Elias etwas nicht in Ordnung sei. "Er hat nie gelächelt. Dafür ist er mit sechs Monaten gestanden und hat aus Bausteinen Türme gebaut, die so groß waren wie er selbst."

Der Kontakt mit fremden Personen versetzte ihn stets in Unruhe. Auf den Spielplatz mit ihm zu gehen sei de facto nicht möglich. "Das ist für ihn eine völlige Reizüberflutung und bedeutet großen Stress. Und in solchen Situationen fängt er an, sich selbst zu verletzen." Elias hat sich bereits selbst eine Gehirnerschütterung zugefügt, ein anderes Mal eine Platzwunde am Kopf.

Für Renée Seitz und ihren Freund ist diese Situation besonders schwierig. Das Paar ist zwar bereits seit Längerem liiert, die Schwangerschaft war aber nicht geplant. "Ich war gerade in der Maturaklasse, als ich schwanger wurde. Während der Schwangerschaft bekam ich gesundheitliche Probleme und durfte nicht mehr zur Schule gehen."

Trotzdem absolvierte Renée Seitz die Matura, auch dank großer Unterstützung ihrer Lehrer. Als Elias zur Welt kam, wollte die Mutter möglichst schnell in der Arbeitswelt Fuß fassen. "Ich begann mit der Ausbildung zur Tagesmutter. Dazu zogen wir in eine größere Wohnung, weil für diese Tätigkeit die Rahmenbedingungen passen müssen."

Als die Probleme mit ihrem Sohn anfingen, war klar, dass aus der Tätigkeit als Tagesmutter nichts würde. Mittlerweile ist die große Wohnung ein Problem für die Familie. "Die Miete an sich ist mit 790 Euro akzeptabel. Aber die Betriebskosten sind sehr hoch, das war für uns beim Einzug noch nicht klar. Eigentlich ist die Wohnung zu teuer für uns."

Ein Umzug kommt für die Familie aber derzeit nicht infrage. Denn Elias braucht seine gewohnte Umgebung. Das Gehalt des Vaters, der beim Abfallservice der Stadt Salzburg tätig ist, reicht allerdings nicht aus, damit die Familie über die Runden kommt.

Die Caritas-Sozialberatung habe errechnet, dass der Familie nach Abzug der Fixkosten im Monat 100 Euro fehlten, sagt Beraterin Johanna Weitgasser. "Wohnbeihilfe bekommen sie wegen der großen Wohnung nicht. Derzeit läuft ein Antrag auf erweiterte Familienbeihilfe."

Eine zusätzliche Belastung sind für die Familie die Therapien, die Elias drei Mal pro Woche besucht. Dazu fährt die Mutter mit ihm aus Lamprechtshausen in die Stadt Salzburg. "Elias in die Lokalbahn zu setzen ist eine Tortur. Auch das ist eine Reizüberflutung." Sooft es geht, fährt Renée Seitz mit dem Auto des Freundes zur Therapie. "Er braucht es aber selbst, wenn er früh mit der Arbeit beginnt und dann noch keine öffentlichen Verkehrsmittel unterwegs sind. Ein zweites Auto ist für uns derzeit unmöglich zu finanzieren."

Für Renée Seitz ist es im Moment nicht möglich, selbst arbeiten zu gehen, um etwas zum Haushaltseinkommen beizutragen. "Elias muss ja rund um die Uhr beaufsichtigt werden. Eine Krabbelgruppe kommt für ihn nicht infrage." Derzeit steht er auf der Warteliste für einen sonderpädagogischen Kindergarten. Im Herbst 2019 könnte er dort beginnen, dann könnte die Mutter zumindest stundenweise arbeiten. Bis dahin sind sie auf Unterstützung angewiesen.

Renée Seitz hatte selbst keine unbeschwerte Kindheit. Als sie zur Welt kam, war ihre Mutter erst 16 Jahre alt. "Ich habe mir immer gewünscht, dass es meine Kinder einmal besser haben als ich", sagt Renée Seitz. "Es betrübt mich sehr, dass ich meinem Sohn derzeit nicht mehr bieten kann."

SN-Info: Unterstützung für die Familie ist über die Caritas möglich:
IBAN AT11 3500 0000 0004 1533
Verwendungszweck: Für Elias


Aufgerufen am 18.12.2018 um 04:11 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/hilfe-damit-elias-zur-ruhe-kommen-kann-62106586

Streit ums Gemeindebudget in Oberndorf

Streit ums Gemeindebudget in Oberndorf

Die anstehende Gemeindevertretungs- und Bürgermeisterwahl am 10. März wirft in Oberndorf bereits ihre Schatten voraus: Denn das Budget für 2019 wurde in der Gemeindevertretung am Mittwochabend von vier …

Schlagzeilen