Chronik

Kleinkind starb nach Operation im Landeskrankenhaus

Ein 17 Monate altes Kind atmete Erbrochenes ein. Der Vorfall ereignete sich beim Ausleiten der OP. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Symbolbild. SN/robert ratzer
Symbolbild.

Ein tragischer Todesfall beschäftigt derzeit die Salzburger Landeskliniken. Am 27. April starb ein 17 Monate altes Kleinkind, nachdem es am 16. April beim Ausleiten einer Operation im Salzburger Uniklinikum Erbrochenes eingeatmet hatte.

Dem Vorfall sei ein dringlich notwendiger Eingriff vorausgegangen, sagt Jürgen Köhler, ärztlicher Direktor des Uniklinikums. "Die Eltern haben das Kind ins Krankenhaus gebracht. Hier war entschieden worden, den Eingriff sofort durchzuführen." Beim Ausleiten der Operation war es dann zu dem Vorfall gekommen. Die Operation selbst habe die gesundheitlichen Probleme wohl nicht verursacht, sagt Köhler. "Es war ein kurzer Eingriff. Das Problem war die Narkose."

Derzeit werde alles getan, um den Vorfall aufzuarbeiten. "Uns ist sehr viel an einer vollen Aufklärung gelegen. Wir prüfen derzeit, ob das schicksalhaft eingetreten ist. Sollte es einen Fehler gegeben haben, wollen wir dafür sorgen, dass es künftig nie wieder zu so einem Vorfall kommt", sagt Jürgen Köhler.

Man arbeite auch mit den Eltern des Kindes an der Aufarbeitung zusammen. Man habe den Eltern psychologische Unterstützung angeboten. "Wir sind auch jetzt noch im Austausch mit den Eltern. Unser Mitgefühl gilt ihnen und allen Angehörigen. So ein Vorfall ist besonders schlimm für alle Beteiligten. Das hat auch bei uns in der Klinik alle sehr getroffen", sagt Köhler.

Auch die Staatsanwaltschaft sei informiert worden. "Wenn ein Mensch im Rahmen eines Eingriffes verstirbt, ist das stets der Staatsanwaltschaft zu melden", sagt Köhler.

Die Eltern werden derzeit von Rechtsanwalt Stefan Rieder vertreten. Die beiden seien nach dem tragischen Vorfall nach wie vor in Krankenstand, sagt Rieder. Er habe bei den Salzburger Landeskliniken Angehörigenschmerzensgeld und Verdienstentgang geltend gemacht. Eine Antwort stehe derzeit noch aus.

Die Mediziner, die bei dem Eingriff verantwortlich waren, seien nach wie vor im Dienst, sagt Köhler. Für eine Freistellung vom Dienst sei die Sache derzeit nicht eindeutig genug, sagt der ärztliche Leiter der Klinik. "Für so etwas müsste eine grob fahrlässige Handlung vorliegen. Davon ist derzeit nicht auszugehen."

Aufgerufen am 25.09.2018 um 11:52 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/kleinkind-starb-nach-operation-im-landeskrankenhaus-28790740

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