Chronik

Köstendorfer Model als Ordensfrau

Schon als Kind wusste Eva Sekira: "Ich möchte Schauspielerin werden." Nun verkörpert sie die Ordensgründerin Maria Theresia Ledóchowska in der ORF-Dokumentation von Gabriele Neudecker, zu sehen am 29. November, 22.30 Uhr, sowie am 2. Dezember um 11.05 Uhr in ORF2.

Sie liebt die Abenteuer und ihr Zuhause. Nach drei Jahren in Wien und vielen Reisen nach Südostasien, Australien, Neuseeland ist Eva Sekira wieder nach Köstendorf zurückgekehrt. Der Hang zum Schauspiel liegt wohl in der Familie. So stand ihre Großmutter Eva Jacquet auf den Theaterbühnen im Nachkriegszeit-Deutschland und gab auch Schauspielunterricht. "Sie ist vor zwei Jahren mit 97 Jahren gestorben. Sie wäre stolz auf mich", sagt Eva Sekira. Ihre Mutter Cornelia Sekira war ebenfalls Schauspielerin. Als ihr im Burgtheater Wien die Rolle der Julia angeboten wurde, war sie schwanger mit dem ältesten Bruder Eva Sekiras.

Abenteuerlust, Yoga, Modeln und Reitsport

Es kamen vier weitere Brüder, und - "das Beste kommt zum Schluss" - dann kam Eva. Die 32-Jährige lebte während ihres Deutsch- und Philologie-Studiums in Wien, "währenddessen schaute ich mir die Welt an". So war sie für mehrere Monate 2017 bis 2018 "Couchsurfend oder als Work-away" in Südostasien, Australien und Neuseeland unterwegs.

2018 begann ihre Karriere als Model, sie wurde für Shootings und Werbespots gebucht. "Durch das Modeln bin ich in die Schauspielerei gerutscht", sagt Eva Sekira. Schon als Kind wusste sie: "Ich will einmal Schauspielerin werden." So kam es, wie es sollte, und die charismatische Frau war 2019 im Salzburger Landkrimi "Das dunkle Paradies" zu sehen.

Auch Yoga begleitet die Frau durchs Leben. Sie machte die Ausbildung zur Yogatherapeutin, arbeitete während ihres Aufenthaltes in Thailand als Yogalehrerin, und die passionierte Reiterin lehrt "Yoga for Riders" in der Gesundheitsschmiede Köstendorf. Seit Ende Oktober unterrichtet Eva Sekira Yoga im King Kong Club in Salzburg-Lehen.

Filmemacherin befasst sich mit Sklaverei

Ebenfalls eine Köstendorferin ist Gabriele Neudecker. Die mehrfach preisgekrönte Filmemacherin hat sich wieder ein heikles Thema vergeknöpft. Mit ihrer neuesten Dokumentation hat sie die Mission in Afrika im Visier: Maria Theresia Ledóchowska lebte um die Jahrhundertwende ein privilegiertes Leben, das sie zugunsten der Sklavenbefreiung hinter sich ließ. "Beginnend mit nichts als ihrer Schreibfeder leistete sie Ungeheuerliches in einer Zeit, in der Frauen politisch, aber auch in der Kirche nichts zu sagen hatten", sagt Gabriele Neudecker. Ledóchowska war nicht nur Ordensfrau, sondern auch Autorin, Verlegerin, Rednerin, Managerin und Ausstellungsleiterin.

Mit einer technisch hochmodernen Dia-Schau reiste die Polin durch halb Europa. Sie gründete den Orden der St. Petrus Claver Schwestern, der im Bergheimer Maria Sorg seinen Sitz hat. Sie erkämpfte sich eine Drucker-Konzession, und der Druck der Zeitschrift "Echo aus Afrika" lief an. Bis heute geben ihre Nachfolgerinnen diese Schriften in verschiedenen Sprachen heraus und versenden sie in alle Welt.

Ordensgründerin Maria Theresia Ledóchowska leistete Gewaltiges

Diesem zu Unrecht in Vergessenheit geratenen Frauenleben haucht die Regisseurin nun Leben ein. Die Suche nach der Idealbesetzung für die Rolle hatte im August 2022 ein Ende. Zufällig haben sich die beiden Köstendorferinnen Gabriele Neudecker und Eva Sekira auf einer Hochzeit in Fuschl kennengelernt. "Gabriele hat mich hier entdeckt", sagt Eva Sekira. "Und sie hat mich direkt von der Hochzeit weg gebucht."

Schon bald trafen sich die beiden zur Kostümprobe, Ende September, Anfang Oktober wurde an vier Orten gedreht. Im Hofdamenkleid - "das war so richtig eng" - stand Eva Sekira in der Residenz vor der Kamera, danach im Glockenspiel bereits als Ordensfrau, weiters in Maria Sorg, wo sie das original Ordensgewand der Gründerin trug. Rund um den Wallersee wurde am vierten Tag gedreht - im Boot, was auf die Reisetätigkeit dieser Ausnahmeperson schließt.

"Es war nicht schwierig, mich mit Maria Theresia Ledóchowska zu identifizieren. Sie war eine sehr starke Frau, hat sich gegen Sklaverei eingesetzt, verteidigte in aller Selbstlosigkeit ihr Ziel", sagt die 32-jährige Schauspielerin. Die Rolle hat auf sie eine extreme Ruhe ausgestrahlt, "ich habe mich total gelassen und stark gefühlt". Sie schlüpfte so authentisch in die Rolle der Ordensfrau, dass sie bei den Dreharbeiten auch Alfred Winter von ihrem Können überzeugte. So nahm alles seinen Lauf. Der Kontakt mit Nicholas Monu bestärkte den Schauspieler, mit Eva Sekira in der Hauptrolle ein Theaterstück über die Ordensfrau zu schaffen. "Ich habe wöchentlich Schauspielunterricht. Es läuft sehr gut und macht so richtig Spaß", sagt sie. Für 2024 ist das Stück in Planung.

WAHL-NEWSLETTER

Abonnieren Sie jetzt kostenlos den Wahl-Newsletter der "Salzburger Nachrichten" zur Landtagswahl 2023.

*) Eine Abbestellung ist jederzeit möglich, weitere Informationen dazu finden Sie hier.

Aufgerufen am 31.01.2023 um 11:35 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/koestendorfer-model-als-ordensfrau-130504768

Seekirchens Hofwirt braucht neuen Pächter

Seekirchens Hofwirt braucht neuen Pächter

Drei Ruhetage gibt es seit November des Vorjahres beim Hofwirt in Seekirchen. Begründung: Personalmangel. Mit Jahresbeginn hat die Betreiberfirma, die R&A Gastro GmbH, den seit eineinhalb Jahren laufenden …

Kommentare

Schlagzeilen