Chronik

Kompromiss im Fluglärmstreit: Weniger Starts über Freilassing

Im Streit um die Flugrouten zwischen Salzburg und Bayern gibt es einen Kompromissvorschlag.

Ist der Streit um den Fluglärm bald vom Tisch? SN/robert ratzer
Ist der Streit um den Fluglärm bald vom Tisch?

Im Fluglärmstreit zwischen Salzburg und Bayern liegt nun ein Kompromissvorschlag von österreichischer Seite auf dem Tisch. Demnach sollen die bayerischen Nachbarn künftig vor allem bei den Starts entlastet werden. Das Papier wurde von den österreichischen Mitgliedern des technischen Ausschusses erstellt. Es sieht vor, dass künftig jene Flüge, die zuvor direkt über deutsches Gebiet gestartet waren, nach Süden verlagert werden. In den Randzeiten vor 7.00 Uhr und nach 21.00 Uhr sollen überhaupt keine Flieger mehr über Deutschland starten.

Auch für die Salzburger soll der Kompromissvorschlag eine Erleichterung bringen. Die sogenannten Circle-Flüge, bei denen die Flugzeuge in einem engen Zirkel am Flughafen vorbei über die gesamte Stadt flogen, sollen künftig auf ein Minimum reduziert werden. Stattdessen sollen andere Anflugrouten geschaffen werden.

Eine Variante wäre, dass die Flugzeuge statt des engen Zirkels einen weiteren Kreis entlang des Gaisberges ziehen. Alle geänderten Flugvarianten setzen die entsprechenden Wetterbedingungen voraus. Im Zweifelsfall entscheidet nämlich stets der Pilot über die genaue Flugroute.

Nun liegt es an den deutschen Vertretern des technischen Ausschusses, über den Kompromissvorschlag zu befinden. Dabei wird unter anderem entscheidend sein, wie die Vertreter des deutschen Verkehrsministeriums zu dem Vorschlag stehen. Denn schließlich geht es bei dem Kompromiss um den Staatsvertrag zwischen Österreich und Deutschland, der den grenzüberschreitenden Flugverkehr regelt. Diese Angelegenheit muss auf ministerieller Ebene entschieden werden. Eine Änderung des Staatsvertrages sei allerdings nicht angedacht. Möglich wäre, den Kompromissvorschlag in einem Sideletter zum Staatsvertrag zu formulieren.

Flughafen-Aufsichtsratsvorsitzender Christian Stöckl (ÖVP) zeigte sich am Freitag jedenfalls zuversichtlich, dass der Vorschlag angenommen werde. "Das hoffe ich doch sehr stark. Wir sind mit unseren Bemühungen an die Grenzen des für uns Möglichen gegangen", sagt Stöckl. Der Kompromiss entlaste die deutschen Anrainer bei den Starts teilweise komplett und bringe auch bei den Landungen Verbesserungen.

Quelle: SN

Aufgerufen am 20.09.2018 um 04:33 auf https://www.sn.at/salzburg/chronik/kompromiss-im-fluglaermstreit-weniger-starts-ueber-freilassing-667771

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